Europas Investoren verlangen zunehmend, dass Fondsmanager sich an Kriterien der nachhaltigen Geldanlage orientieren. So haben sich etwa 77 Prozent der befragten Versicherungen und mehr als die Hälfte der Pensionskassen dazu verpflichtet, den Klimawandel bei ihren Investmentstrategien zu berücksichtigen. Dies zeigt eine Umfrage des Analysehauses Cerulli Associates. Insbesondere britische, niederländische und französische Anleger räumen dem Klimaschutz eine hohe Priorität ein.

Dementsprechend achten Investoren bei der Auswahl von Fonds darauf, dass die Manager auf ökologische und soziale Kriterien sowie eine gute Unternehmensführung (ESG) achten. "Der wichtigste Faktor, den Fondsanleger während des Auswahlprozesses bewerten, ist die Zahl und die Einbindung von Analysten in den Investmentprozess, die sich eigens mit ESG-Kriterien beschäftigen", sagt Connor Bigland, Co-Autor der Cerulli-Studie. "Dieser Faktor spiegelt wider, wie gut ein Manager ESG-Kriterien in seiner Unternehmenskultur verankert hat."

Bei ESG sind aktive Fonds die Favoriten
Wenngleich die Mehrheit der Fondsanleger auf nachhaltige Kriterien achtet, setzten sich nur wenige auch konkrete Ziele für die Umsetzung. So hätten 70 Prozent der der Fondsinvestoren in Europa keine Vorgaben festgelegt, inwieweit sie das Engagement in Unternehmen mit hohem CO2-Ausstoß reduzieren wollen, zeigt die Cerulli-Umfrage. Weiterhin planen deutlich mehr als 60 Prozent der Befragten, in den nächsten drei bis fünf Jahren bei ESG-Strategien stärker auf aktive statt auf passive Fonds zu setzen. Die Cerulli-Analysten gehen aber davon aus, dass das Angebot von börsengehandelten Indexfonds (ETFs) mit nachhaltiger Ausrichtung zunimmt. Entsprechend dürfte langfristig auch deren Marktanteil wachsen. (ert)