Die Tokenisierung von Fonds könnte den Markt für alternative Anlagen verändern. Einer Analyse der Management- und Unternehmensberatung Bain & Company zufolge eröffnet die Digitalisierung von Anlagevehikeln ein Potenzial von rund 400 Milliarden US-Dollar.

Im Mittelpunkt steht dabei die Möglichkeit, Anlageklassen wie Private Equity, Private Credit, Immobilien oder Hedgefonds einem breiteren Investorenkreis einfacher zugänglich zu machen. Diese Segmente waren lange Zeit vor allem institutionellen Investoren vorbehalten.

Hohe Einstiegshürden als zentrale Barriere
Ein wesentlicher Grund dafür sind die strukturellen Hürden klassischer Alternativanlagen. Dazu zählen hohe Mindestanlagesummen, lange Kapitalbindungsfristen sowie eine begrenzte Handelbarkeit der Anteile. Auch operative Anforderungen und regulatorische Komplexität erschweren den Zugang zusätzlich.

Tokenisierte Fonds sollen genau hier ansetzen: Durch die Digitalisierung von Fondsanteilen könnten diese kleinteiliger strukturiert und leichter übertragen werden. Das würde die Einstiegsschwelle senken und weiteren Investorengruppen den Zugang erleichtern.

Effizienzgewinne durch Blockchain
Ein weiterer Vorteil liegt in der Nutzung der Blockchain-Technologie. Diese soll eine effizientere Abwicklung von Transaktionen sowie eine transparentere Dokumentation von Eigentumsverhältnissen ermöglichen.

Darüber hinaus können Prozesse entlang der Wertschöpfungskette – etwa Zeichnung, Verwaltung oder Abwicklung von Anteilen – automatisiert werden. Dies kann Kosten senken und die Geschwindigkeit von Transaktionen erhöhen. Auch programmierbare Funktionen spielen eine Rolle: Sie erlauben es, bestimmte Regeln oder Abläufe direkt im System zu verankern, etwa bei Ausschüttungen oder beim Handel von Anteilen.

Wachsende Nachfrage nach Alternativen
Parallel dazu steigt die Nachfrage nach alternativen Anlagen, insbesondere auch im Retail-Segment, wie Bain & Company schreibt. Viele Privatanleger suchen demnach nach Möglichkeiten zur Diversifikation jenseits klassischer Anlageklassen wie Aktien und Anleihen. Tokenisierung könnte hier den Zugang erleichtern und neue Vertriebswege eröffnen.

Markt noch in frühem Stadium
Trotz des Potenzials befindet sich der Markt für tokenisierte Fonds noch in einem frühen Entwicklungsstadium. Regulatorische Fragen, fehlende Standards sowie die Integration in bestehende Systeme stellen weiterhin Herausforderungen dar.

Die Analyse der Management- und Unternehmensberatung verweist darauf, dass diese Faktoren die weitere Entwicklung maßgeblich beeinflussen werden. (mb)