Aktien, Multi-Asset oder Renten: Die Fondsfavoriten der Banker
Trotz volatiler Märkte verzeichneten Österreichs Fondsgesellschaften 2025 kräftige Mittelzuflüsse. Vor allem einige wenige Produkte entwickelten sich zu echten Vertriebsschlagern im Bankvertrieb.
Die österreichische Fondsbranche hat 2025 ein neues Rekordniveau erreicht. Das Fondsvolumen der heimischen Kapitalanlagegesellschaften stieg laut der Vereinigung Österreichischer Investmentgesellschaften (VÖIG) um 7,5 Prozent auf rund 236,5 Milliarden Euro. Neben Nettomittelzuflüssen von rund sieben Milliarden Euro trugen vor allem Kursgewinne von etwa 11,2 Milliarden Euro zum Wachstum bei. Als stärkste Wachstumstreiber erwiesen sich erneut Aktienfonds. Mitverantwortlich für das positive Ergebnis war nicht zuletzt der Fondsvertrieb über den Schalter der heimischen Banken, wie eine Abfrage von FONDS professionell zu den meistverkauften Fonds der heimischen Fondsanbieter zeigt.
UniGlobal
An der Spitze der Bestseller-Fonds in Österreich steht der weltweit investierende Aktienfonds UniGlobal. Mit Nettomittelzuflüssen von rund 167 Millionen Euro war er 2025 das erfolgreichste Produkt im Vertrieb über Banken. Die Kooperation der Volksbanken mit dem Fondsanbieter Union Investment Austria trägt offensichtlich weiterhin Früchte. So bestätigt Jessica Bräu, Landesdirektorin von Union Investment Austria: "Neben dem Anstieg des Fondsabsatzes konnten im Jahr 2025 zudem mehr als 6.000 neue Kundinnen und Kunden gewonnen werden. Mittlerweile dürfen wir mehr als 124.000 Kundinnen und Kunden dabei unterstützen, ihr Vermögen zu vermehren und ihre finanzielle Zukunft zu gestalten."
Der Fonds profitiert von seiner klaren Positionierung als globales Basisinvestment. "Der Absatzerfolg unseres am stärksten nachgefragten Fonds lässt sich vor allem auf seine klare Positionierung als weltweit investierender Aktienfonds zurückführen. Als größter und einer der ältesten Fonds von Union Investment stellt er ein solides Basisinvestment dar", erklärt Bräu weiter. Entscheidend seien das aktive Portfoliomanagement, eine fundierte Einzeltitelselektion sowie das integrierte Risikomanagement. Zwischen 2019 und 2024 erzielte der Fonds eine durchschnittliche Jahresrendite von 13,8 Prozent und lag damit deutlich über dem Durchschnitt vergleichbarer Produkte.
Neben dem UniGlobal entwickelte sich auch der Multi-Asset-Fonds UniAusschüttung mit Zuflüssen von rund 153 Millionen Euro zum Vertriebserfolg. Das Produkt kombiniert verschiedene Anlageklassen und schüttet regelmäßig Erträge aus – ein Konzept, das besonders bei einkommensorientierten Anlegern gefragt ist.
Anleihen erleben Comeback
Auf Platz zwei der Absatzrangliste liegt der Kepler Euro Plus Rentenfonds mit Nettomittelzuflüssen von rund 161 Millionen Euro. Der Fonds profitierte von der Rückkehr attraktiver Renditen am Anleihenmarkt. "Beim Euro Plus Rentenfonds hat sich die aktive Selektion von Anleihen mit Zinsaufschlag bestens bewährt", erklärt Christian Haberfellner, Leiter Retail Sales bei Kepler Fonds. Zudem wiesen gezielte Vertriebsaktivitäten darauf hin, dass sich längere Laufzeiten wieder lohnen.
Das Comeback der Anleihen spiegelt sich auch in anderen Produkten wider. So zählt etwa der UniESG Unternehmensanleihen 2031 mit Zuflüssen von rund 138 Millionen Euro zu den meistverkauften Fonds. Nachhaltige Anleihenstrategien bleiben damit ein wichtiger Baustein im Portfolio vieler Anleger.
Erste Real Assets
Unter den Absatzstars findet sich auch der Fonds Erste Real Assets, der rund 135 Millionen Euro an neuen Mitteln einsammelte. Strategien, die reale Vermögenswerte wie Aktien, Edelmetalle oder Rohstoffe kombinieren, treffen derzeit den Nerv vieler Investoren.
"Die stärksten Absatztreiber zeigen klar, wonach Anleger und Anlegerinnen 2025 gesucht haben: Stabilität, Sicherheit und nachvollziehbare Themen. Besonders gefragt waren Strategien, die reale Werte bündeln – etwa breit gestreute Aktien in Kombination mit Edelmetallen – und damit als Schutz vor Inflation und geopolitischer Unsicherheit dienen. Ebenso stark wuchs das Interesse an sicherheitsorientierten Themeninvestments, insbesondere rund um Bereiche wie Verteidigung und Cybersecurity. Ergänzend zeigte sich die anhaltende Nachfrage nach global ausgerichteten, nachhaltigen Aktienlösungen, flexiblen Multi-Asset-Ansätzen sowie konservativen Euro-Veranlagungen für das Liquiditätsmanagement", sagt Thomas Kraus, Mitglied der Geschäftsführung der Erste Asset Management.
Fondssparen
Ein wesentlicher Treiber des Fondsabsatzes bleibt der langfristige Vermögensaufbau über Sparpläne. Bei Union Investment stieg die Zahl der Fondssparpläne 2025 auf über 188.000 Verträge. Durchschnittlich investieren österreichische Anleger dabei rund 260 Euro pro Monat. "In wirtschaftlich herausfordernden Zeiten wird der langfristige Vermögensaufbau zunehmend wichtiger", erklärt Gerald Fleischmann, Generaldirektor der Volksbank Wien. Sparpläne helfen, Marktschwankungen systematisch auszugleichen. Auch nachhaltige Geldanlagen bleiben ein wichtiger Faktor: Rund 110 Millionen Euro der Zuflüsse bei Union Investment entfielen im vergangenen Jahr auf nachhaltige Fonds.
Für das Jahr 2026 erwarten viele Fondsgesellschaften ein weiterhin konstruktives Marktumfeld – trotz der geopolitischen Risiken. Themen wie künstliche Intelligenz, Cybersecurity, Private Markets und Europa-Aktien könnten an Bedeutung gewinnen. Bei Union Investment gilt der KI-Boom weiterhin als wichtiger Treiber für Aktienmärkte, während Raiffeisen Capital Management vor allem in Europa und den Emerging Markets Chancen sieht. "Marktseitig könnten Europa und die Emerging Markets aufgrund niedrigerer Bewertungen eine stärkere Aufwärtsdynamik erleben", sagt Hannes Cizek, CEO von Raiffeisen Capital Management. (gp)
Der komplette Bericht inklusive Tabelle ist in der aktuellen Heftausgabe 1/2026 von FONDS professionell ab Seite 260 erschienen. Angemeldete Nutzer von FONDS professionell ONLINE können den Artikel auch hier im E-Magazin lesen.















