Die Fondsgesellschaft Aberdeen sieht sich wieder auf einem guten Weg. Anleger hatten über Jahre unter dem Strich Geld von dem schottisch-britischen Anbieter abgezogen. "Wir verzeichnen wieder Mittelzuflüsse – sowohl im institutionellen wie im Wholesale-Geschäft. Auf den letztgenannten Bereich wollen wir uns in Zukunft stärker fokussieren", sagte Pascale-Céline Cadix, Wholesale-Vertriebsleiterin für Deutschland und Österreich bei Aberdeen, im Interview mit FONDS professionell.

Das Haus habe im Wholesale-Geschäft mehrere Kernmärkte in Europa als Fokusbereich identifiziert. "Dazu zählen insbesondere die Märkte Deutschland und Österreich", berichtet Cadix. Hier sei das Team ausgebaut worden. "Es geht uns dabei aber auch darum, unsere Strukturen und Angebote konsequenter auf die Bedürfnisse unserer Wholesale-Kunden auszurichten." Ziel sei es, die Vertriebspartner bestmöglich zu unterstützen. "Wir erhalten dabei einen deutlich spürbaren Rückhalt von unseren Hauptsitzen in Edinburgh und London", so Cadix.

Trend hin zu ETFs
Zudem entwickle sich das Haus weiter. "Ein aktuelles Beispiel sind börsengehandelte Fonds", so Cadix. "Auch wir spüren den anhaltenden Margendruck, und wir beobachten den Trend hin zu ETFs aufmerksam." Auf der einen Seite sei das Haus ein aktiver Manager und wolle seine Tradition wahren. "Auf der anderen Seite wird der Trend zu ETFs bleiben – im Gegensatz zu anderen Modeerscheinungen, die aufkommen und wieder verschwinden", erläutert die Vertriebsleiterin. "Daher haben wir uns entschlossen, aktive ETFs aufzulegen."

Dies soll jedoch nicht auf Kosten der Publikumsfonds gehen. "Es gibt auch weiterhin Akteure, die klassische Fonds vermarkten möchten", erläutert Cadix. "Gerade in Kontinentaleuropa sind viele Intermediäre nach wie vor auf Provisionsmodelle angewiesen, um eine qualitativ hochwertige Finanzberatung anbieten zu können." Wichtig sei: "Es geht nicht nur um die Kosten – es eignet sich einfach nicht jede Strategie für jedes Vehikel", erläutert die Vertriebsexpertin. "Manche Ansätze sind einfach besser in einem herkömmlichen Publikumsfonds aufgehoben." (ert)