84 Billionen Dollar: Vermögensübergang bringt Berater unter Druck
Ein historischer Generationswechsel verändert die Vermögensverwaltung grundlegend. Viele Berater verlieren bereits Mandate – entscheidend ist dabei weniger die Performance als der Zugang zur nächsten Anlegergeneration.
Für 1,1 Milliarden Babyboomer begann in diesem Jahr ihr neuntes Lebensjahrzehnt – und bis 2045 sollen allein in den USA Vermögen von mehr als 84 Billionen US-Dollar auf die nächste Generation übergehen. Diese Dimension verdeutlicht, vor welch tiefgreifendem Umbruch Vermögensverwalter und -berater stehen.
Laut dem "Great Wealth Transfer Report" sehen 46 Prozent der Berater darin sogar eine existenzielle Bedrohung für ihr Geschäft. Bereits ein Drittel (33 %) gibt an, im Zuge des Generationswechsels erhebliche Vermögenswerte verloren zu haben. Für die Studie befragte Natixis Investment Managers weltweit 2.700 Berater.
Generationen gehen unterschiedlich vor
Beim Umgang mit geerbtem Vermögen zeigen sich klare Unterschiede zwischen den Generationen. Babyboomer (zwischen 62 und 82 Jahren), die dem Erblasser am nächsten stehen, tendieren häufig dazu, einen neuen Vermögensverwalter zu wählen oder haben Vermögen bereits verlagert. 66 Prozent entscheiden sich für diesen Weg.
Jüngere Anleger sind dagegen zurückhaltender. 48 Prozent der Generation X (46 bis 62 Jahre) geben an, das Vermögen beim bestehenden Anbieter zu belassen. Bei den Millennials (30 bis 45 Jahre) liegt dieser Wert sogar bei 50 Prozent. Tatsächlich berichten auch Berater, dass sie Vermögen im Erbfall nur in rund der Hälfte der Fälle halten können.
Beziehung wichtiger als Performance
Die Entscheidung für oder gegen einen Berater hängt dabei weniger von der Rendite ab als häufig angenommen.
In einer Befragung von 7.050 Anlegern in 21 Ländern gaben nur acht Prozent an, einen Berater wegen schlechter Performance zu wechseln. Deutlich wichtiger ist die persönliche Beziehung: 25 Prozent nannten als Grund für einen Wechsel "Ich habe keine Beziehung zu ihm". Umgekehrt bleiben 30 Prozent beim bisherigen Verwalter, weil sie ihn kennen und ihm vertrauen.
Langfristige Familienbindung wird zum Erfolgsfaktor
Für die Branche ergibt sich daraus eine klare Konsequenz: Der Aufbau langfristiger Beziehungen innerhalb der gesamten Familie wird zum entscheidenden Erfolgsfaktor.
76 Prozent der befragten Berater sehen darin die wichtigste Strategie, um Vermögen zu halten. Dabei geht es auch darum, unterschiedliche Präferenzen und Risikoprofile zwischen Babyboomern und nachfolgenden Generationen zu berücksichtigen. (mb)















