IT-Alleingänge im Bankensektor sind wegen der hohen Anforderungen an Sicherheit, Regulatorik und neue Digitalstandards ein Auslaufmodell. Das ist deutlich an der Raiffeisengruppe zu sehen, deren Institute ansonsten sehr auf Autonomie bedacht sind.

Soeben überträgt die Raiffeisenlandesbank (RLB) Kärnten ihren IT-Betrieb in die Linzer Raitec GmbH, die mehrheitlich der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich (RLB OÖ) gehört. Alle 52 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die bestehende Infrastruktur des Raiffeisen Rechenzentrums Kärnten (RRK) werden von der Raitec übernommen, teilt die RLB OÖ mit.

Fusion – mehrere Landesbanken beteiligt
Die Raitec selbst ist vor drei Jahren aus der Verschmelzung der IT-Einheiten der RLBs Oberösterreich und Steiermark entstanden. Sie betreut außerdem die IT der RLBs Tirol und Salzburg, die ebenfalls kleinere Anteile halten. Mit der Kärnten-Fusion ist die Raitec nun in fünf Landeshauptstädten vertreten, in Linz, Graz, Innsbruck und Salzburg und dem neuen Standort Klagenfurt.

Dem gegenüber steht der zweite große "IT-Block" am Sektor: die Raiffeiseninformatik, deren Haupteigentümer die Raiffeisenbank International (RBI) und die RLB Niederösterreich-Wien sind. An die Raiffeiseninformatik sind unter anderem die RLBs Vorarlberg und Burgenland angeschlossen.

Weitere Harmonisierung denkbar
Momentan gebe es zwar keinen konkreten Plan oder gezielte Gespräche, dass auch diese beiden großen IT-Häuser zusammengeführt werden, sagte ein Sprecher der RLB OÖ zur Redaktion. Es sei aber klar, dass immer wieder ein Nachdenken über weitere Harmonisierungen in dem Bereich stattfinde.

Reinhard Schwendtbauer, Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank OÖ, bezeichnete in einer Aussendung den Vertrag mit der RLB Kärnten als den "nächsten wichtigen Schritt für das Zusammenwachsen und für die Harmonisierung unserer Strukturen".  

Anteile und Sitz im Aufsichtsrat
Derzeit organisiert den IT-Betrieb für die Raiffeisenbankengruppe Kärnten die RLB Kärnten über das eigene Raiffeisen Rechenzentrum Kärnten (RRK) in Klagenfurt. Einige IT-Betriebsservices für die Raiffeisenbankengruppe Kärnten hat die Raitec schon bisher erbracht. Mit der Einbringung des IT-Teilbetriebs erhält die RLB Kärnten künftig 2,2 Prozent an der Raitec und eine Vertretung im Aufsichtsrat. (eml)