Zu wenig nachhaltig: Blackrock verliert Milliardenmandat
Der niederländische Pensionsfonds PME kappt die Geschäftsbeziehung zu Blackrock. Ausschlaggebend ist die Einschätzung, dass der weltgrößte Vermögensverwalter bei Themen wie Klimarisiken nicht mehr im Sinne des Fonds handelt.
PME, ein niederländischer Pensionsfonds mit einem verwalteten Vermögen von rund 70 Milliarden US-Dollar, hat die Zusammenarbeit mit Blackrock beendet. Grundlage der Entscheidung ist die Einschätzung, dass der weltweit größte Vermögensverwalter bei Themen wie Klimarisiken nicht mehr im besten Interesse des Fonds agiert.
Die Entscheidung bedeutet, dass Blackrock künftig kein Aktienmandat über fünf Milliarden Euro mehr verwaltet, teilte PME per E-Mail mit. Stattdessen wird das Portfolio auf die UBS Group sowie auf den in Den Haag ansässigen Vermögensverwalter MN übertragen. Wie hoch die jeweiligen Mandate ausfallen werden, soll in den kommenden Monaten entschieden werden.
Strategische Neubewertung der Partnerschaften
Im Rahmen einer laufenden Überprüfung, die auch andere Anlageklassen umfasst, habe man beschlossen, die Beziehung zu Blackrock zu beenden, erklärte PME. Zwar habe der in New York ansässige Vermögensverwalter über viele Jahre hinweg "hochwertige Dienstleistungen" erbracht, darunter das Management von Geldmarktfonds. Dennoch werde Blackrock inzwischen nicht mehr als Partner gesehen, dessen Handeln "am besten mit unserer Vision übereinstimmt", so der Pensionsfonds.
PME verwaltet die Altersvorsorge von Beschäftigten aus dem Metall- und Technologiesektor. Bereits Anfang des Jahres hatte der Fonds angekündigt, die Zusammenarbeit mit Blackrock zu überprüfen, nachdem der Vermögensverwalter aus einer zentralen Net-Zero-Allianz ausgestiegen war. Daan Spaargaren, Senior-Stratege für verantwortungsvolles Investieren bei PME, sagte im Mai gegenüber der Nachrichtenagentur "Bloomberg", Ziel sei es, mit Partnern zusammenzuarbeiten, die sich gegen eine aus Sicht des Fonds klimaskeptische und justizkritische Agenda stellen könnten, die von der Regierung von US-Präsident Donald Trump gefördert werde.
Erwartungen an Engagement und Ausrichtung
"Eine vollständige Übereinstimmung mit unseren Ambitionen ist nicht immer möglich", so Alae Laghrich, Vorsitzender von PME, im Gespräch mit "Bloomberg". "Wir erwarten jedoch ein klares Bekenntnis und Fortschritte in die richtige Richtung." Mit den ausgewählten Vermögensverwaltern sei die Übereinstimmung stärker.
Ein Sprecher von Blackrock erklärte, der Vermögensverwalter sei "dankbar", PME über mehr als ein Jahrzehnt hinweg Investmentdienstleistungen erbracht zu haben. Zugleich verwies er darauf, dass Blackrock weiterhin mehr als 350 Milliarden Euro für andere niederländische Kunden verwalte.
Kritik trotz Nachhaltigkeitsanspruch
Blackrock bezeichnet sich selbst als "globalen Marktführer" im Bereich nachhaltiger und transformationsorientierter Investments und erklärt, europäischen Kunden klimabezogene Produkte anzubieten, die deren Präferenzen entsprächen.
Gleichzeitig sieht sich Blackrock auch von anderen institutionellen Investoren mit Kritik konfrontiert, die dem Vermögensverwalter ein unzureichendes Engagement im Bereich nachhaltiger Geldanlagen vorwerfen. Ende November empfahl der scheidende New Yorker Stadtkämmerer Brad Lander, dass drei Pensionsfonds der Stadt ein Mandat bei Blackrock beenden sollten. Zur Begründung verwies er auf "unzureichende" Klimapläne. Blackrock verwaltet für diese Fonds Indexanlagen im Volumen von 42,3 Milliarden Dollar.
Bereits im September war bekannt geworden, dass der niederländische Pensionsfonds PFZW, der rund 250 Milliarden Euro verwaltet, im Zuge einer umfassenderen Neuausrichtung ein Aktienmandat über 14,5 Milliarden Euro von Blackrock abgezogen hatte.
Fokus auf Rendite und Nachhaltigkeit
Laghrich erklärte, PME sei zu dem Schluss gekommen, dass Blackrock nicht ausreichend dazu beitrage, die doppelten Ziele des Fonds zu erfüllen: "starke Renditen" und eine "nachhaltige Anlagestrategie".
"Wir verfolgen diese Ziele gemeinsam mit Vermögensverwaltern, die nicht nur finanzielle Performance anstreben, sondern auch mit unseren Überzeugungen übereinstimmen", sagte er. "Dazu gehört auch, wie Einfluss ausgeübt wird."
Weitere Pensionsfonds sollen Beispiel folgen
Organisationen aus dem Bereich der Klimafinanzierung reagierten umgehend. "Die Ankündigung von PME sollte allen Vermögenseigentümern, die sich Sorgen über die Klimawirkungen ihrer Investments machen, als Weckruf dienen", sagte Agathe Masson, Sprecherin von Reclaim Finance. Hiske Arts, Vertreterin der Kampagne "Break with Blackrock" bei Fossielvrij Netherlands, rief andere niederländische Pensionsfonds dazu auf, dem Beispiel zu folgen. (mb/Bloomberg)















