Österreichs Banken haben aufgrund der Coronakrise zwischen April und 26. Juni 2020 Unternehmen, Selbstständigen und Haushalten rund 31 Milliarden Euro an Schulden gestundet. Das sind ungefähr zehn Prozent des aushaftenden Kreditvolumens. Die Daten wurden am heutigen Dienstag (14. Juli 2020) von der Österreichischen Nationalbank (OeNB) veröffentlicht.

Dabei zeigt sich, dass ein vergleichsweise kleiner Teil in Höhe von neun Milliarden Euro auf gesetzliche Moratorien entfällt. Hier wiederum ging es meist um Zahlungsaufschiebungen bei Privathaushalten (sieben Milliarden Euro). Den Löwenanteil stundeten die Banken mit rund 22 Milliarden Euro hingegen nicht aufgrund gesetzlicher Vorgaben, sondern auf Basis freiwilliger Moratorien. Vor allem den Unternehmen griffen die Kreditinstitute mit einem Zahlungsaufschub von insgesamt 14,1 Milliarden Euro unter die Arme. Selbständigen wurden Kreditzahlungen im Ausmaß von 4,3 Milliarden Euro freiwillig gestundet und Haushalten in Höhe von 3,7 Milliarden Euro.   

Die Krise hat den OeNB-Zahlen zufolge die Kapitalbasis der Banken schwer angegriffen: Die harte Kernkapitalquote könnte bis Jahresende auf 13,8 Prozent sinken. Ende 2019 hatte sie bei 15 Prozent gelegen. "Das ist ein schwerer Schock, aber für das System und Einzelbanken durchaus verkraftbar", schreiben die OeNB-Experten in Unterlagen. Ohne staatliche Stützungsmaßnahme läge man eher bei 12,2 Prozent. (eml)