Der auf Vermögensberatung und Versicherungsvermittlung fokussierte Wertpapierdienstleister Swiss Life Select Österreich hat die Übernahme der Mehrheit an der WSS Vermögensmanagement GmbH abgeschlossen. Nach Erteilung der behördlichen Genehmigungen hält SLS Österreich über die Swiss Life Select CEE Holding GmbH 51 Prozent an der WSS, heißt es in einer Aussendung.

Die Marke WSS bleibe ebenso erhalten wie die Geschäftsführung rund um Markus Weissörtel. Wie bei der Bundeswettbewerbsbehörde hervorgeht, hat SLS grundsätzlich die Option auf Gesamtübernahme beantragt und diese durch Nichtuntersagung auch erhalten.

Vermögensverwaltung aus Linz
WSS hatte sich in den vergangenen Jahren als Vermögensverwalterin für wohlhabende Kunden, insbesondere für Unternehmerkunden im Industriebundesland Oberösterreich, einen Namen gemacht. Besonders die Performance des WSS-Europa-Fonds, die zeitweise alle Konkurrenzprodukte übertraf, zog in der Vergangenheit die Blicke auf die Linzer Vermögensverwalterin.

WSS-Geschäftsführer und -Gründer Markus Weissörtel führte in einem Interview mit der Redaktion unter anderem die hohen regulatorischen und aufsichtsrechtlichen Aufwände als Hintergrund des (Teil-)verkaufs an. WSS will demnach in der größeren Struktur eine Reduktion technischer, organisatorischer oder rechtlicher Aufwände erreichen und sich dadurch wieder mehr auf die eigentliche Vermögensverwaltungsleistung konzentrieren.

Eigenständigkeit
In dem Gespräch betonte Swiss-Life-Österreich-Chef Christoph Obererlacher, dass WSS unter der Holdingstruktur als Schwester der SLS Österreich eigenständig weitergeführt werde. Grundsätzlich sollen die Geschäftsbereiche getrennt bleiben, also WSS sich weiter auf die Vermögensverwaltung für größere Kunden konzentrieren.

Die SLS versucht seit Längerem, den Bereich der Vermögensverwaltung in Österreich auszubauen. Die WSS-Übernahme ist der erste größere Schritt in diese Richtung. In dem Gespräch signalisierte Obererlacher deutliche Bereitschaft zur Übernahme weiterer Portfoliomanager. Er sprach von zehn bis 15 potenziell interessanten Häusern. (eml)