Nach zehn harten Jahren hat die Zürcher Kantonalbank (ZKB) Österreich ihren Platz am Markt gefunden. Hermann Wonnebauer, seit 2019 Vorstandsvorsitzender des Instituts, ist der erste Österreicher, dem die Schweizer Mutter die Leitung ihrer Tochter anvertraut hat. Er erwartet, dass die Bank beim verwalteten Vermögen heuer erneut um zehn Prozent zulegt.

Hohe Wachstumsziele
Wonnebauer muss einen "sehr präzisen Budgetplan" verfolgen, "und wir liegen gut drinnen", sagt er im Interview, das in der aktuellen Ausgabe von FONDS professionell erschienen ist. Demnach soll die ZKB Österreich 2023 vier Milliarden Euro verwalten, statt derzeit 2,3 Milliarden Euro. Dann werden "zwei bis vier Millionen Gewinn herausschauen müssen", sagt Wonnebauer.

Was ihm in dem hart umkämpften Markt Sorgen macht, sind gar nicht so sehr die Margen, es ist viel mehr die zunehmende Regulierungsdichte. Zwar seien österreichische Privatkunden etwas weniger bereit als die Schweizer, für gute Finanzdienstleistungen mehr zu zahlen. Aber: "Ich glaube, das kommt auch bei uns. Man kann nicht mehr mit jedem über Rabatte reden, weil einfach die regulatorischen Kosten so gestiegen sind. Dann wird man auch einmal Nein sagen", so Wonnebauer. In puncto Regulierung fordert er außerdem, dass sich der Gesetzgeber endlich zur Festsetzung eines einheitlichen österreichischen Standards durchringt. Etwa wenn es um Erfordernisse wie Anlegerprofile oder Know Your Customer (KYC) geht.

Fondspalette erweitert
Was ihre Strategie betrifft, so ist von der ZKB Österreich in nächster Zeit einiges zu erwarten. Die Fondspalette soll deutlich ausgebaut werden. Ziel ist, dass es für jedes Anlagethema eigene Lösungen gibt. Heuer ist ein Small- und Mid-Cap-Einzelaktienfonds dazugekommen. Bald soll es ausdrücklich nachhaltige Strategien geben. Geplant ist außerdem ein Tool, das eine Bausteinmischung nach individuellem Anlegerprofil mit sofortiger Sichtbarmachung der Auswirkung auf Risiko und Rendite ermöglicht.

Hoffnungen hat Wonnebauer auch für den deutschen Markt. Während das Privatkundengeschäft immer schwieriger werde, bestünden Chancen bei Großmandaten, "speziell mit unseren Fondshüllen, die wir etwa über die LLB mitanbieten. So etwas gibt’s in Deutschland nicht. Da brauchen Sie mal 60 bis 80 Millionen, um einen Fonds auflegen zu können. Wir können diese Fondshüllen über unseren Kooperationspartner viel günstiger anbieten", so Wonnebauer.

Individuell in der Kundenbetreuung
Als kleinerer Anbieter setzt er insbesondere auf den individuellen Aspekt bei der Kundenbetreuung. Neue Private Banker müssten vor allem vom Charakter her passen, sagt Wonnebauer. Im Gespräch mit großen Kunden sei außerdem immer der jeweilige lokale Asset Manager anwesend. Warum? Das erfahren Sie in der Bildstrecke oben. (eml)


Das vollständige Interview lesen Abonnenten in der aktuellen Ausgabe 3/2019 von FONDS professionell ab Seite 240. Darin erklärt Wonnebauer unter anderem auch, dass seine Kunden sehr aktienaffin sind und warum er nach dem Acht-Jahre-Jubiläum auf den ersten ZKB-Österreich-Aktienfonds stolz ist. Angenmeldete KLUB-Mitglieder können das Interview auch hier im E-Magazin lesen.