Die Verbindungen der Deutschen Bank zu Wirecard waren vergangene Woche Thema im Bundestag-Untersuchungsausschuss, der den Untergang des Zahlungsdienstleisters unter die Lupe nimmt. Unter anderem ging es auch um ein E-Mail von Alexander Schütz, Gründer und CEO des österreichischen Vermögensverwalters C-Quadrat. 2017 zog Schütz in den Aufsichtsrat der Bank ein. In einer E-Mail informierte er den damaligen Wirecard-Chef Markus Braun darüber, dass er Wirecard-Aktien erworben habe, und er appellierte an Braun, kritische Journalisten "fertigzumachen".

Schütz entschuldigte sich am Freitag für die Äußerungen und erklärt: "Ich habe Markus Braun Anfang 2019 geglaubt, dass Wirecard ein integres Unternehmen ist, das zu Unrecht diffamiert wird und dass es tatsächlich eine mediale Kampagne initiiert von short sellern gegen das Unternehmen gibt. Mittlerweile ist klar, dass ich damit falsch lag. Ich entschuldige mich daher in aller Form bei der Financial Times und ihren Reportern für diese emotionale und deplatzierte Äußerung. Der heutige Stand der Aufklärung im Wirecard-Skandal zeigt im Gegenteil, dass die Financial Times mit ihren Recherchen einen wesentlichen Beitrag zur Enthüllung dieses Skandals geleistet hat, wofür dem Team um Dan McCrum Anerkennung gebührt."

Der Vorstandschef der Deutschen Bank, Christian Sewing, sagte in einer Zeugenaussage am vergangenen Donnerstag (14.01.), er habe von Schütz' E-Mail nichts gewusst. Deutsche-Bank-Sprecher Jörg Eigendorf bezeichnete sowohl den Inhalt als auch die Haltung der zitierten Äußerung als "inakzeptabel – unabhängig davon, von wem sie stammt". (gp)