Für den insolventen österreichischen Zahlungsabwickler Wirecard CEE wurde ein Bestbieter gefunden. Die Insolvenzverwalterin Ulla Reisch hat einen mit der Aurin Investment Group GmbH (Frankfurt/Main) ausverhandelten Kaufvertrag zur Genehmigung vorgelegt. Aurin will das Unternehmen in Qenta umbenennen, wie die Insolvenzverwalterin mitteilt.

Vermutlich fünf Millionen Euro an anerkannten Verbindlichkeiten
Positiv aus Sicht der Gläubiger: Mit Hilfe des erzielten Kaufpreises und der bei der Insolvenzeröffnung vorhandenen Guthaben sollte es möglich sein, die Verbindlichkeiten weitgehend zur Gänze abzudecken, berichten die Experten des Alpenländischen Kreditorenverbands AKV. Die Gläubiger haben demnach bisher rund sechs Millionen Euro an Insolvenzforderungen angemeldet. Vorerst wurden Ansprüche in der Höhe von etwa 3,6 Millionen Euro anerkannt, wobei die voraussichtlich anzuerkennende Verbindlichkeitensumme rund fünf Millionen Euro betragen dürfte.

Die Wirecard CEE soll laut AKV im eingeschränkten Umfang weitergeführt werden, wobei von den einst 157 Dienstnehmern nur mehr 22 beschäftigt sind. Der österreichische Teilbetrieb wird in Abstimmung mit dem deutschen Insolvenzverwalter veräußert. 

Hundert-Prozent-Tochter
Über die Wirecard Central Eastern Europe GmbH mit Sitz in 8020 Graz wurde am 03.07.2020 ein Konkursverfahren eröffnet. Es handelt sich um eine 100-Prozent-Tochter der deutschen Wirecard Sales International Holding GmbH, die rund um einen milliardenschweren Bilanzbetrug im Sommer ebenfalls in die Insolvenz ging. (eml)