Wegen der Kursschwankungen beim Finanzdienstleister Wirecard hat die deutsche Finanzaufsicht Bafin bei der Staatsanwaltschaft München Strafanzeige gegen rund ein Dutzend Personen erstattet. Es bestehe der Verdacht der Marktmanipulation "in Form einer Short-Attacke in Aktien der Wirecard AG", teilte die Behörde laut Medienberichten mit.

Wie der "Spiegel" online schreibt, verdächtigt die Bafin auch Journalisten der britischen Wirtschaftszeitung "Financial Times" (FT), "mit mehreren Fonds beziehungsweise einzelnen Investoren gemeinsame Sache gemacht zu haben". Spekulanten sollen jeweils bereits vor dem Erscheinen von kritischen bis geschäftsschädigenden FT-Artikeln Leerverkaufspositionen aufgebaut haben. Die Finanzaufsicht sieht darin dem Nachrichtenmagazin zufolge Hinweise für illegale Absprachen. Eine Bafin-Sprecherin wollte das nicht kommentieren.

Bafin-Leerverkaufsverbot endet morgen
Wirecard war im Januar an der Börse stark unter Druck geraten, nachdem die FT schwere Vorwürfe gegen den Zahlungsabwickler erhoben hatte. Zeitweise verlor die Aktie des Unternehmens mehr als acht Milliarden Euro an Wert. Im Februar hatte die Aufsichtsbehörde eine Verfügung erlassen, um weitere Leerverkäufe auf die Wirecard-Aktie zu unterbinden. Das Verbot gilt bis zum morgigen Donnerstag, den 18. April. (fp)