Die auf Sachwerte, Vermögensverwaltung und Kapitalmarktservices spezialisierte Wiener Privatbank baut offenbar ihr Liquiditätsmanagement über die Einlagenseite aus. Seit Mitte Juni 2020 wirbt das Institut auf dem deutschen Retailportal Zinspilot um Einlagengelder mit einer Bindungsfrist.

Auf Zinspilot.de, der Retailtochter des deutschen Fintechs Deposit Solutions, können Sparer unter Einlagenprodukten verschiedener Banken wählen, ohne neue Konten eröffnen zu müssen. In diese Auswahl reiht sich nun auch die Wiener Privatbank ein. Kunden erhalten laut der Homepage bei der Wiener Privatbank ab einem Investment von 10.000 Euro 0,45 Prozent Zinsen pro Jahr für eine sechsmonatige Bindung. Bei der höchsten Bindungsdauer von 48 Monaten verspricht die Bank 0,75 Prozent. "Für uns ist dies ein weiterer, wichtiger Schritt für das Wachstum unserer Bank", so der Chef der Bank, Christoph Raininger in einer Aussendung.

Bekanntes Manöver
Der Schritt erinnert an die Vorgehensweise der Austrian Anadi Bank, bei der Raninger bis Ende 2019 noch Chef war. Auch Anadi warb unter Raninger auf deutschen Festgeld-Plattformen Einlagengelder ein. Ein möglicher Vorteil solcher Portale, bei denen die Kunden die Konditionen sämtlicher Banken im Vergleich sehen können, liegt für die Banken in der Steuerung der Liquidität: Ein Kreditinstitut kann je nach Anhebung oder Absenkung des Zinsversprechens im Bedarfsfall rasch gebundenes Geld einnehmen oder den Zufluss wieder drosseln. (eml)