Die slowakische Arca Capital Gruppe musste nach der Umstrukturierung ihrer Beteiligungsverhältnisse die Unterlagen für die geplante Übernahme der Wiener Privatbank (WPB) neu bei der FMA einreichen. Das ist nun vergangene Woche geschehen, wie FONDS professionell ONLINE aus dem Unternehmen erfuhr. In Medien war hinterfragt worden, ob der Deal zwischen Arca und der WPB zustandekommt.

Man rechne damit, dass sich die FMA die Unterlagen in den kommenden 14 Tagen ansehen wird und es dann zu einem Hearing kommt. Man gehe davon aus und hoffe, dass die Übernahme wie geplant im Sommer stattfinden kann, sagte eine mit den Prozessen vertraute Arca-Person. Es habe fünf oder sechs Punkte gegeben, die die FMA von der Arca erklärt haben wollte, darunter zum Beispiel die Nachhaltigkeit des Businessplans. Das Prüfverfahren sei zu keinem Zeitpunkt eingestellt worden, wie in Berichten suggeriert wurde.

Personelle Fragezeichen
Anlass für die Beteiligungsänderung in der Arca-Gruppe ist Chef und Gründer Pavol Krupa, bei dem es sich mit der Aufsicht spießte: Ihm wurde in Tschechien für einen Fonds das Management entzogen. Krupa hat sich kürzlich in der Arca Holding auf einen Anteil von fünf Prozent zurückgezogen, damit der Übernahmedeal mit der Wiener Privatbank nicht gefährdet wird.

Rastislav Velic, ein langjähriges Managementmitglied und Teilhaber, der statt Krupa mit 55 Prozent zum Mehrheitseigentümer aufsteigt, muss nun die "Fit & Proper"-Prüfung der FMA durchlaufen. Dass gegen Velic ein Verfahren läuft, sei nicht richtig, heißt es aus dem Unternehmen. Es gehe vielmehr darum, dass die FMA in Wien einen Antrag an die slowakische Behörde gestellt hat, um eben die Fit und Proper-Fähigkeit von Velic festzustellen.

Fonds der Wiener Privatbank für Tschechien und der Slowakei
Arca würde den Wienern eine große Kundenbasis bringen. In der Slowakei und Tschechien serviciert Arca unter anderem 95.000 Kunden (Eigenangaben) mit Finanzprodukten und Versicherungen. Diese Kunden wiederum würden durch die WPB Zugang zu Bankprodukten bekommen (Kreditkarten, Zahlungsverkehr und Ähnliches).  

Aus der Arca heißt es, man rechne damit, dass man der Wiener Privatbank 2.000 neue Private Banking Kunden innert vier Jahren bringen kann. Aus dem Fonds-Universum der WPB wiederum sollen fünf Fonds auch für den Markt in Tschechien und der Slowakei interessant sein, so wie das Goldservice. Man arbeite bereits daran, für diese Produkte in der Slowakei und Tschechien eine Lizenz zu bekommen. Die mit der Sache vertraute Person sagte, die Slowaken dürften den Wienern Nettovergütungen in Höhe von fünf bis sechs Millionen Euro pro Jahr bringen. (eml)