Seit Beginn des Jahres ist Christoph Raninger Vorstandsvorsitzender der Wiener Privatbank. Er setzt die Strategie von Haupteigentümer Günter Kerbler um, der mit stärkerem Immobilienfokus neu durchstarten will. Raninger nennt dafür im Interview, das in der neuen Printausgabe von FONDS professionell erscheint, drei wesentlichen Säulen: Erstens Sachwertprodukte (Vorsorgewohnungen, Anleihen auf eigene oder fremde Zinshäuser). Zweitens ein deutlicher Ausbau der auf Immobilienobjekte und Projekte abgestimmten Finanzierung. Und drittens positioniert sich die Bank als "One Stop Shop", indem die gesamte Wertschöpfungskette zum Sachwert Immobilie angeboten werden soll: Objektauswahl mithilfe des hauseigenen Maklers, Ankauf, Finanzierung, Veranlagung und Hausverwaltung, alles aus einer Hand.

Aus dem Haus sind in nächster Zeit einige neue Produkte zu erwarten. Vom Asset Manager Matejka Partner, eine Mehrheitsbeteiligung der Wiener Privatbank, soll zum Beispiel noch im Oktober 2020 ein Mündel-Fonds kommen – Entstanden aus der Fusion des Wiener Privatbank Vorsorge-Fonds mit zwei externen Fonds. Gearbeitet wird aber auch an einem Produkt für qualifizierte Anleger. Hier verfolgt das Management die  Idee eines Mezzaninkapitalfonds im Bauträgerbereich. "Wir sehen, dass viele Projekte in Entwicklung sind, auf der anderen Seite suchen professionelle Anleger vernünftige Renditen. Das wollen wir mit einer Fondslösung abdecken", so Raninger. Die Bank ist hier noch in der "Evaluierungsphase".

Mögliche neue Stadthäuseranleihe
Für Kleinanleger könnte es wiederum neue Möglichkeiten bei Anleiheprodukten geben. Mit der 2017 abgespaltenen Immobiliengesellschaft ViennaEstate, die als Akquisiteur am Markt tätig ist, soll die Kooperation wieder intensiviert werden. "Wenn neue Objekte im Haus sind, überlegen wir, wieder eine Anleihe zu bringen", so Raninger. Der Absatz in dem Bereich sei auch während der Krise sehr hoch gewesen.

Hinter den bisherigen sogenannten "Stadthäuseranleihen" stehen zwei große Beteiligungen: einmal 9.000 Quadratmeter Wohnfläche, bei der zweiten 12.000. Daraus werden ­laufend Wohnungen abverkauft. Auf die dazugehörigen Anleihen gibt es einen fixen Kupon von drei Prozent. Dazu kommen variabel bis zu fünf Prozent, abhängig vom Verkaufserfolg der Wohnungen.

Neue Kunden
Bemühen will sich die Bank, die als Kapitalmarkt- und Immobilienspezialist verankert ist, in Zukunft außerdem um Family Offices. Diese Zielgruppe wurde bisher weniger spezifisch umworben, soll aber nun deutlicher in den Fokus rücken, wie Raninger im Gespräch erklärt. (eml)


Das gesamte Interview lesen Abonnenten in der neuen Printausgabe von FONDS professionell oder im E-Magazin. Darin spricht Raninger auch über die vorerst auf Eis liegende Osteuropa-Strategie und über die Kooperation mit dem freien Finanzvertrieb so wie über die Pläne in den einzelnen Geschäftsfeldern.