Nach der Manipulation von Referenzwerten wie Libor und Euribor oder Energie-, Öl- und Devisen-Referenzwerten hat die EU im Jahr 2016 die Konsequenz gezogen: Die EU-Benchmarkverordnung ((EU) 2016/1011) soll einerseits dafür sorgen, dass sämtliche in der Finanzindustrie verwendeten Indizes in sich zuverlässig, genau und repräsentativ sind und andererseits gegen Manipulation resistent. Betroffen sind zahlreiche Indizes vom Referenzwert für Kredite über Derivate-Basiswerte bis zu Benchmarks, die zur Messung des Erfolgs eines Investmentfonds verwendet werden.

Unter anderem sieht die Verordnung vor, dass ab 1.1.2020 nur noch Indizes verwendet werden dürfen, die durch einen so genannten registrierten EU-Benchmark-Administrator kontrolliert werden. Diesen Status hat nun als erste Börse die Wiener Börse erhalten, teilt das Unternehmen mit.

Die Börse Wien kontrolliere 130 handelbaren Indizes. "Das Index-Geschäft bleibt weiter eine strategische Stoßrichtung der Wiener Börse. Die rasch erfolgte Zulassung bestätigt den Ruf der Wiener Börse als Qualitätsführer für Indexlösungen für Österreich, Zentral- und Osteuropa und Russland", sagt Christoph Boschan, Vorstandsvorsitzender der Wiener Börse und ihrer Holding. (eml)