Bei der Bank Austria, die in den vergangenen Jahren mehrfach Pannen in der IT beziehungsweise beim Online-Banking hatte, gab es um den Jahreswechsel erneut ein ernsthaftes IT-Problem. Zahlreiche noch im alten Jahr erwartete Überweisungen wurden erst Tage später im neuen Jahr gebucht. Darüber beschwerten sich insbesondere Rentner oder Arbeitnehmer, die auf die Auszahlung von Pensionen oder Gehältern warteten. Über die Vorgänge berichtete zuerst die Tageszeitung "Heute", später auch der "Standard".

In beiden Medien spricht die Bank davon, dass "teilweise“ Buchungen um ein bis zwei Werktage verzögert seien. Laut Standard waren Gutschriften erst am vierten Jänner verfügbar, innerhalb der Bank sei man nicht sofort auf die Schwierigkeiten aufmerksam geworden, außerdem habe das Institut die Kunden nicht aktiv informiert. Der Finanzmarktaufsicht (FMA) hat die Bank Austria demnach gemäß ihrer gesetzlichen festgeschriebenen Infopflicht einen "schwerwiegenden Vorfall" gemeldet.

FMA will prüfen: "Von der Theorie zur Praxis"
In sozialen Medien zeigten sich Bankkunden verunsichert und machten ihrem Ärger über mangelnde Information Luft. Der Vorfall verdeutlicht, wie wesentlich der von der Aufsicht heuer auf den Plan gesetzte IT-Prüfschwerpunkt ist. 2018 hat die FMA insgesamt fünf Leitfäden für die IT-Sicherheit herausgegeben, in denen die Erfordernisse jeweils auf die einzelnen Branchen des gesamten österreichischen Finanzmarkts zugeschnitten sind.

Im Jahr 2019 will die Behörde nun "von der Theorie zur Praxis" schreiten, wie sie unlängst mitteilte. Heuer soll vor Ort soll geprüft werden, ob die Standards aus den Leitfäden in den Unternehmen auch umgesetzt werden. Ein erster Fall hat sich schon aufgedrängt. (eml)