Gerade in der Beratung von vermögenden Privatkunden ist die Beschäftigung mit Themen wie Ruhestandsplanung, Generationenmanagement oder Nachfolgeplanung ein wichtiger Aspekt. Oftmals werden diese Themen aber sowohl vom Kunden als auch vom Berater nur ungern angesprochen. Viele Kunden denken zudem zuerst an Notare und Rechtsanwälte, wenn es um das Vererben geht. Dabei gibt es viele Aspekte, die für ein Hinzuziehen des Vermögensberaters sprechen. 

"Im gehobenen Kundensegment wird das Thema Wealth Transfer immer mehr zum Thema. Vor allem wenn es um Immobilien geht, tun sich im Erbfall verschiedene Probleme auf, die es im Vorfeld zu lösen gilt. Hier kann auch der Vermögensberater hilfreich sein", meint etwa Swiss-Life-Select-CEO Christoph Obererlacher. Vertriebe wie Swiss Life ­Select oder auch die DVAG schulen ihre Berater zu diesen Themen meist über interne Ausbildungsprogramme. Eine klare Strategie mit einer tiefgehenden Ausbildung findet sich bei den meisten heimischen Vertriebsunternehmen zu dem umfangreichen Themenkomplex im Moment allerdings nicht.

Dabei betonen alle Unternehmen, dass das Thema auf der Agenda steht und man sich in Zukunft verstärkt damit auseinandersetzen möchte. Kein Wunder, denn das Potenzial, das hier schlummert, ist nicht zu verachten. Laut Schätzungen der Wirtschaftsuniversität Wien liegt das jährliche Erbschaftsvolumen zwischen zehn und 15 Milliarden Euro. Und jene Berater, die sich darum bemühen, haben noch einen weiteren Vorteil, denn wer vor den Themen Vererben, Nachfolgeplanung und Generationenwechsel nicht zurückschreckt, kann im Optimalfall sogar schon heute die Kinder der Kunden zur Klientel von morgen machen. 

Ausbildung
Doch wie wird man zum Profi, wenn es um diese Fragen geht? Während in Deutschland verschiedene Ausbildungen zum Ruhestandsplaner, Generationenberater und Erbschaftsplaner, auch Nachlassplaner oder englisch Estate Planner angeboten werden, ist das Angebot hierzulande überschaubar. Zum einen sei gesagt, dass die Bezeichnungen oftmals nicht geschützt sind, im Prinzip kann sich also jeder Ruhestandsplaner oder Generationenberater nennen.

Zum anderen werden die Themen oftmals in Teilbereichen von "normalen" Ausbildungen durchaus tiefergehend behandelt. So erklärt etwa Mario Art, Geschäftsführer der Fachakademie für Finanzdienstleister: "Diese Themen werden im Rahmen des Diplomlehrgangs in Verbindung mit den hauseigenen Upgrade-Modulen zum European Financial Advisor (EFA) sehr gut abgedeckt und aus mehreren Blickwinkeln behandelt und betrachtet. Vererben beziehungsweise Nachfolgeplanung hat bei uns sogar ein eigenes Modul im Rahmen des EFA-Upgrades."

"Certified Foundation and Estate Planner"
Ähnlich verhält es sich auch bei der Ausbildung zum Certified Financial Planner (CFP). So bietet dieser bereits wesentliche Ausbildungsinhalte rund um die Themen Generationswechsel, Erbschafts- und Vermögensnachfolgeplanung. Der CFP-Verband bietet hierzulande allerdings noch ­eine tiefergehende Ausbildungsschiene an. Beim "Certified Foundation and Estate Planner" (CFEP) handelt sich um einen ergänzenden Lehrgang zur bestehenden CFP-Ausbildung für Finanzberater, die sich vor allem zu den Themenkomplexen Erben und Vererben und unternehmerische Nachfolgeplanung spezialisieren wollen. Die Ausbildung umfasst unter anderen wichtige Inhalte wie Unternehmensbewertung, vertiefende Grundlagen zum Erbrecht inklusive internationales Erb- und Steuerrecht, unternehmerische Vermögensnachfolge sowie den Einsatz von Stiftungen zur Nachfolgeplanung. (gp)


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