Paukenschlag-Personalie im Doppelpack: Die Berenberg Bank hat mit Matthias Born und Peter Kraus gleich zwei bekannte Anlageexperten von Allianz Global Investors abgeworben. Beide sollen Anfang Oktober bei der Hamburger Privatbank starten. Berenberg arbeitet derzeit am Ausbau seines Wealth und Asset Managements, wie Henning Gebhardt, der das Wealth und Asset Management bei Deutschlands ältester Privatbank leitet betont: "Wir wollen im Wealth und Asset Management weiter wachsen und werden uns wie angekündigt mit hochkarätigen Experten verstärken." Gebhardt war zu Beginn des Jahres von der Deutschen Asset Management zu Berenberg gewechselt.

Kundengelder in Milliardenhöhe verwaltet
Mit Matthias Born konnte Berenberg jedenfalls einen bekannten Fondsmanager für sich gewinnen. Er begann seine Karriere 2001 bei Allianz Global Investors im Team für europäische Nebenwerte, in dem er zunächst einen Aktienfonds für deutsche Wachstumswerte sowie Portfolios für europäische Nebenwerte verwaltete. Seit 2007 managte er den Concentra, einen Klassiker unter den Deutschland-Aktienfonds. Den größten Erfolg hatte er seit 2009 als Co-Head des Teams für europäische Wachstumsaktien bei Allianz Global Investors. Er war dort für Kundengelder in deutlich zweistelliger Milliardenhöhe verantwortlich.

Sein Kollege Kraus war zunächst als Analyst für europäische Nebenwerte tätig, bevor er 2006 als Fondsmanager für europäische Small und Mid Caps zu Allianz Global Investors wechselte. Dort hat er in den Folgejahren zum großen Erfolg des Nebenwerte-Teams beigetragen. Er war verantwortlich für das Management von diversen europäischen Small- und Mid-Cap-Fonds sowie für die Akquisition und die Betreuung bedeutender internationaler institutioneller Mandate.

Ersatz im Eilverfahren
Bei Allianz Global Investors hat man indes schnell auf die beiden Abgänge reagiert und die zwei betroffenen europäischen Aktienteams umstrukturiert. So wird einerseits Thorsten Winkelmann alleiniger Leiter des European Growth Teams, das nun aus fünf Portfoliomanager besteht. Born war bisher Co-Leiter des Teams, zu seinem Abgang betonte Jörg de Vries-Hippen, CIO Equity Europe: "Wir haben immer einen Teamansatz verfolgt und haben über die Jahre unsere Teams systematisch aufgebaut. Wir bedauern, dass Matthias Born uns verlässt, aber das Team ist intakt und die Strategie in guten Händen."

Neues German-Equity-Team
Darüber hinaus hat Allianz Global Investors ein neues German-Equity-Team unter der Leitung von Christoph Berger geschaffen. Damit wolle man die Marktstellung bei deutschen Aktien stärken, schreibt das Fondshaus in einer Pressemitteilung. Dieses Team wird dann auch für Flaggschiffe wie den Fondak und den Concentra, der bislang von Born gesteuert wurde, verantwortlich sein. Portfoliomanager Thomas Orthen, der den zwei Milliarden Euro starken Fondak verantwortet, wird diesem Team angehören. Den Concentra wird wiederum Christoph Berger übernehmen, der seit 16 Jahren als Aktienanalyst und Portfoliomanager für das Unternehmen tätig.

Das europäische Mid- und Small-Cap-Team wird indes um die Portfoliomanager Miguel Pohl, Annina Pulkkinen und Jonas Liegl ergänzt, die bisher dasselbe Segment für Kunden aus dem Versicherungsbereich verantwortet haben. Dadurch wächst das Team, das Heinrich Ey und Frank Hansen seit gut einem Jahr als Co-CIOs leiten, auf neun Fondsmanager an. Bislang gehörte Peter Kraus dem Team als Portfoliomanager an.

Ein Abgang auch bei Berenberg
Bei Berenberg hat man indes ebenfalls einen Abgang zu vermelden. Laut Informationen des "Private Banking Magazins" hat Mathieu Gilbert zeitgleich das Unternehmen verlassen. Er hatte die Leitung des Quantitativen Asset Managements erst im Dezember 2016 übernommen und war im September 2016 dafür von Edmond de Rothschild Asset Management zu Berenberg gewechselt, um das Asset Management von Berenberg in der Schweiz aufzubauen und zu leiten. Auch sein Vorgänger Tindaro Siragusano hielt es nicht lange auf dem Posten: Er hatte die Leitung nur drei Monate inne bevor er beschloss, nach zehn Jahren bei der Bank eine neue Herausforderung außerhalb des Unternehmens anzunehmen. (cf)