Die Ratingagentur Scope hat vor dem Einstieg der Dekabank deutlich Marktanteile in Europa verloren. Das geht aus einem Bericht der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) hervor, den "Bloomberg News" ausgewertet hat. In dem kürzlich veröffentlichten Bericht für 2025 beziffert die ESMA den Marktanteil von Scope unter den Ratingagenturen in der Europäischen Union auf 1,23 Prozent – verglichen mit 1,83 Prozent ein Jahr zuvor.

Deka beteiligt sich an Scope
Die Dekabank hatte sich Ende vergangenen Jahres an Scope beteiligt. Die im Rahmen einer Kapitalerhöhung erworbenen Anteile liegen nach Angaben der Sparkassen-Tochter bei unter fünf Prozent.

Laut der Dekabank wird der Ratingmarkt "von den großen angelsächsischen Agenturen dominiert". Scope fördere mit den Analysen und Bewertungen den Wettbewerb und die Vielfalt der Perspektiven in der Ratingbranche und stärke die Autonomie der europäischen Kapitalmärkte.

Große Drei dominieren den EU-Ratingmarkt
Beherrscht wird der Ratingmarkt in der EU laut der ESMA von den drei großen Branchenriesen S&P mit einem Marktanteil von 50,42 Prozent, Moody's mit 29,63 Prozent und Fitch mit 11,82 Prozent.

Die ESMA-Berechnungen basieren auf den jährlichen Umsätzen aus Kreditrating-Aktivitäten und verbundenen Dienstleistungen in der EU. Im vorliegenden Bericht 2025 wurden die Umsätze aus 2024 herangezogen.

Scope verweist auf Umsatzkonsolidierung
Ein Sprecher von Scope erklärte auf Anfrage von "Bloomberg News", dass 2024 für Scope "in Vorbereitung auf die technische Implementierung unserer Ratings bei der EZB ein Jahr der Umsatzkonsolidierung war". Seit der Nutzung der Scope-Ratings durch die EZB Ende 2024 habe das Unternehmen ein Umsatzwachstum von 25 Prozent verzeichnen können.

Zu den Scope-Aktionären zählten zuletzt Unternehmensgründer Florian Schoeller und Ankerinvestor Stefan Quandt. Hinzu kommt eine Reihe von Versicherungen und Banken wie etwa Axa, Signal Iduna, Talanx/HDI, Sparkassenversicherung und Crédit Agricole.

Die ESMA-Berechnungen sollen eine Entscheidungshilfe für Emittenten sein. Diese werden von der EU aufgefordert, in bestimmten Situationen die Ratings kleinerer Agenturen zu verwenden, um den Wettbewerb zu fördern. (mb/Bloomberg)