Die Wiener Börse feiert ihr 250-jähriges Bestehen. Erste Gründungsbestrebungen gab es bereits im Jahr 1761. Zehn Jahre später wurden die Pläne umgesetzt: Maria Theresia erließ am 1. August 1771 per Patent die Eröffnung einer staatlichen Börse, um das Vertrauen in den Staatshaushalt der Habsburger zu stärken, wie das Unternehmen in einer Aussendung mitteilt.

Maria Theresia habe "fortschrittliche Geister" nach Wien geholt und die Wirtschaft angekurbelt, sagte Bundespräsident Alexander Van der Bellen in einer Videobotschaft, die auf der Homepage der Börse zu sehen ist. Die Börse spiele auch heute eine entscheidende Rolle. "Bei der Bewältigung der Pandemie brauchen die Betriebe Mut, Zuversicht und natürlich ausreichend Eigenkapital", so Van der Bellen.

Nationalbank, Porr, Wienerberger und Ludwig van Beethoven
Tatsächlich wurde der erste Handelstag am 2. September 1771 abgehalten. Anfänglich konnte man Anleihen, Wechsel und Devisen handeln. Erst Jahrzehnte später sollten Aktien dazukommen: Den Auftakt machte 1818 die Oesterreichische Nationalbank – als einer der ersten Aktionäre stellte sich Ludwig van Beethoven ein. Als älteste durchgehend in Wien notierte Gesellschaften, die auch heute noch für den Streubesitz erwerblich sind, gelten Porr- und Wienerberger (Erstnotiz 1869).

Einer der jüngeren Meilensteine war im Mai 1991 der Start des österreichischen Leitindex ATX. Seit der Einführung des Handelssystems XETRA im Jahr 1999 findet eine komplett digitale Abwicklung statt. Zum Unternehmen gehört heute auch die Prager Börse. Es bestehen Kooperationsabkommen in Zentral- und Osteuropa: in zahlreichen Ländern ist Wien für das Handelssystem, die Indexberechnung oder die börsenrelevante IT verantwortlich. Zu den Partnerbörsen zählen Banja Luka, Belgrad, Budapest, Bukarest, Istanbul, Laibach, Podgorica, Sarajevo, Skopje, Sofia, Zagreb sowie mit der State Agency, der National Depository und der Börse PFTS in Kiev so wie Almaty (Kasachstan). (eml)