Zahlreiche Bankkunden haben Konten bei verschiedenen Banken. Die mühsame getrennte Bedienung dürfte dank der Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 bald der Vergangenheit angehören. Einen ersten Schritt in die Richtung machen nun die österreichischen Volksbanken. Sie führen nach Erste Bank und Sparkassen im Rahmen ihrer Multibanking-Strategie ebenfalls eine Aggregationsfunktion ein. Mit dieser können (wie bei Erste und Sparkassen) Fremdkonten zwar noch nicht bearbeitet, aber immerhin gebündelt über den gewohnten Volksbanken-Onlinebankingzugang eingesehen werden.

Auch andere Institute arbeiten an dieser Möglichkeit. Die integrierte Kontenübersicht zählt zu den ersten Funktionen, die die Banken im Rahmen der Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 (Payment Service Directive 2) einführen werden. Die Richtlinie schreibt allen Banken bis zum 19. September 2019 vor, technische Schnittstellen zu schaffen, über die andere Finanzdienstleister ihre Leistungen anbieten und auf die Daten von Girokonten zugreifen können, wenn der Kunde das so einrichtet. Fremdanbieter können dann auch Zahlungen auslösen.

Ab September auch Überweisungen
Spätestens dann dürften die Banken beginnen, Aggregationsfunktionen einzuräumen, wo man von den Fremdkonten weg tatsächlich Geld überweisen kann. Man müsste sich dann nicht mehr mit unterschiedlichen Zugangsdaten oder verschiedene Bedienungsfunktionen herumschlagen.

"Natürlich prüfen wir, das Auslösen von Zahlungen (payment initiation) in einer der nächsten Versionen einzubauen", sagt eine Sprecherin der Volksbank Wien. Mehrere Optionen seien denkbar, etwa "einfache Überweisungen oder erweiterte Services, wie ein regelbasierter Kontenausgleich". Man warte noch ab, in wie weit die Kunden solche Services tatsächlich haben wollen. Es gebe schließlich viele Nutzer, die ihre Zweitkonten mit Daueraufträgen oder Einziehungsaufträgen bebuchen und damit den Bedarf in der Form gar nicht haben. (eml)