Die über die österreichischen Volksbanken vertriebenen Fonds der deutschen Fondsgesellschaft Union Investment zeigen sich weiter absatzstark. Insbesondere die Fondssparpläne, mit denen Junge und Durchschnittsverdiener angesprochen werden, laufen sehr gut. Waren es Ende 2018 noch 70.000 Sparpläne, wurde nun bei einem Termin in Wien eine Zahl von 84.000 Stück per Ende August 2019 verkündet. Das entspricht einer Steigerung von 20 Prozent. Im gesamten Jahr 2018 war die Stückanzahl von niedrigem Niveau aus um 43 Prozent gestiegen.

"Die hohe Schule der Beratung ist es, die Sparbuchsparer in Wertpapiere zu bringen", sagte Gerald Fleischmann, Direktor des sektoralen Zentralorgans Volksbank Wien. Fleischmann bekräftigte die Ansicht zahlreicher Marktbeobachter, wonach die Tiefzinsphase noch sehr lang andauern wird. "Umso wichtiger ist es, Aktien zu besitzen. Natürlich gibt es dabei Verwerfungen, aber wenn man sein Geld aus Angst vor Verlusten auf dem Sparbuch liegen lässt, hat man eine negative Sicherheit", sagte Fleischmann. Die Fondssparpläne, bei denen monatlich kleine Beträge investiert werden, seien ein guter Weg, um bisher zurückhaltende Anleger anzusprechen.

Beim gesamten Fondsvolumen soll es nach einem Neukundengeschäft von 575 Millionen Euro netto im Jahr 2018 heuer eine "Steigerung zwischen 400 und 500 Millionen Euro" geben, wie Fleischmann erklärt. "Wir schaffen ein Wachstum, das in Österreich keiner hat", zeigt sich Fleischmann überzeugt.

"Liebe auf den ersten Blick"
Ebenfalls sehr zufrieden mit dem Vertrieb über die Volksbanken gibt sich der Kooperationspartner Union Investment. Das mit der Volksbank sei "Liebe auf den ersten Blick" gewesen, sagt deren Vorstandsvorsitzender Hans Joachim Reinke, der auf dieselbe genossenschaftsbasierte "DNA" hinweist: Die Union Investment ist die Fondsgesellschaft der genossenschaftlichen DZ Bank und hat dem österreichischen Volksbankensektor vor rund vier Jahren die Fonds- und die Immobilien-Sparte abgekauft.

"Wir haben in den vergangenen zehn Jahren 70 Targets geprüft, nur zwei davon haben wir realisiert. Das eine waren die österreichischen Volksbanken und das andere war ZBI Wohnen", so Reinke. Mit ZBI-Wohnen schließt sich nun der Kreis in Österreich, da der "UniImmo: Wohnen ZBI" in Kürze auch hierzulande für den Vertrieb zugelassen wird (FONDS professionell ONLINE berichtete).

"Wurden belächelt"
Der Fonds wird den Angaben zufolge ebenfalls als Sparplan erhältlich sein. In Österreich ab 50 Euro. "Vor fünf Jahren haben wir in Deutschland begonnen, Sparpläne mehr in den Vordergrund zu stellen. Damals wurden wir belächelt. Es hat sich gezeigt, dass sich dieses Geschäft mit den jungen Anlegern und Durchschnittsverdienern auszahlt", so Reinke.

Insgesamt verwaltet die Union Investment in Österreich derzeit im Privatkundenbereich ein Vermögen von 3,1 Milliarden Euro, was seit Jahresbeginn ein Plus von 17 Prozent bedeutet, bei Institutionellen Investoren sind es 4,1 Milliarden Euro oder plus sieben Prozent. (eml)