Was man mehrfach im Markt hört, bestätigt sich beim Volksbanken-Verbund. Der Zulauf der Kunden in den digitalen Kommunikationskanälen überrascht die Banken. "Wir passen uns der aktuellen Situation bestmöglich an und haben digitale Kundenkonferenzen eingeführt", sagt Gerald Fleischmann, Generaldirektor der Volksbank Wien AG. Einige hundert Kunden hätten das kostenlose Angebot bereits in Anspruch genommen, bei dem Volksbank-Experten und Kapitalmarktspezialisten des Fondspartners Union Investment Auskunft über Anlagestrategien in der Corona-Krise geben.

"Das Interesse am Börsenhandel ist sprunghaft gestiegen. Viele Kunden laden zu den Konferenzen auch Freunde ein", berichtet Fleischmann. Bei den Präsentationen, die akustisch und visuell sind und bei denen man Fragen stellen kann, geht es unter anderem um die Börsenentwicklung und darüber, wie man auf massive Verwerfungen an den Kapitalmärkten reagieren kann.

Digitale Kanäle bisher im Dämmerschlaf
Die Corona-Krise, die den direkten persönlichen Kontakt massiv einschränkt, dürfte zu einem unerwartet positiven Effekt für die digitalen Kanäle der Banken führen. Die Institute haben in den vergangenen Jahren viel Geld in ihre digitale Beratungsstruktur investiert, um mit der Fintech-Konkurrenz mithalten zu können, aber genutzt wurden die Angebote oft nur zurückhaltend, wie KPMG-Bankenexperte Alexander Lippner in einem Gespräch mit FONDS professionell erklärt. Das könnte sich nun ändern, wenn die Kunden sehen, was alles möglich ist.

Auch was das Investitionsverhalten betrifft, haben andere Marktteilnehmer berichtet, dass die Anleger in der Krisenphase eine hohe Bereitschaft zum Geldanlegen zeigen. Mehr dazu im kommenden Printheft von FONDS professionell. (eml)