Die fb research (ehemals Franke & Bornberg Research) baut ihre Versicherungslattform- und Analysedienstleistungen in Österreich aus – zunächst in Kooperation mit Swiss Life Select. Präsentiert wird das Projekt den Vertriebspartnern von Swiss Life Select Österreich bei der Kick-off-Veranstaltung am 22. Jänner. Im ersten Schritt steht der Start mit Berufsunfähigkeit (BU) und Risikolebensversicherung im Fokus, weitere Sparten – insbesondere die fondsgebundene Lebensversicherung (FLV) – sollen in späteren Ausbaustufen folgen. 

Kick-off am 22. Jänner: Startschuss für den Österreich-Rollout
Für Swiss Life Select ist die Entscheidung eine strategische Antwort auf einen Markt, in dem digitale End-to-End-Strecken bislang oft an Schnittstellen, Medienbrüchen oder uneinheitlichen Prozessen scheitern. CEO Christoph Obererlacher beschreibt den Anspruch klar: " Die VersDiagnose macht den Unterschied, den wir sonst nirgendwo in Österreich bekommen können." Es gehe nicht nur um Rechenkerne, sondern um eine durchgängige Beratungsstrecke, die in der Praxis zentrale Hürden aus dem Weg räumt.

"VersDiagnose": Vorab-Orientierung statt wochenlanger Ungewissheit
Genau dort setzt die von fb research entwickelte "VersDiagnose" an: Statt wochenlanger Wartezeiten nach einer (Vor-)Anfrage sollen Beraterinnen und Berater im Kundentermin schneller Klarheit bekommen, wie Versicherer Gesundheitsangaben bewerten. Fabian van Lancker, Geschäftsführer fb research, erklärt das Prinzip: "Ich habe die Möglichkeit, bevor ich mich für eine Gesellschaft entscheide, Gesundheitsfragen zu beantworten … und das Tool sagt dann innerhalb von Sekunden, der erste Versicherer würde normal annehmen, der zweite mit Zuschlag, der dritte mit einer Klausel – und ich sehe direkt die Klausel, die im Vertrag stehen wird." So könne die Beratung noch im selben Gespräch konkret werden. "VersDiagnose" integriert dabei Analysen der Franke & Bornberg GmbH mit den Tool- und Prozesslösungen der fb research GmbH.

Mehr als Vergleich: Fokus auf Qualitätsberatung
Beide Partner betonen, dass der Mehrwert weit über den klassischen Produktvergleich hinausgeht. "In Deutschland sind wir mit dem qualitativen Vergleich marktführend, wobei ich immer herausstellen möchte: Das, was wir machen, der Vergleich ist eigentlich der kleinste Teil", sagt van Lancker. Grundlage sei eine besonders tiefe Produktanalyse: fb research beschäftigt rund 130 Mitarbeitende, "und die Hälfte davon sind Versicherungsanalysten, die wirklich Bedingungswerke Seite für Seite lesen", so van Lancker. Sein Qualitätsmaßstab: "Was nicht schwarz auf weiß im Bedingungswerk steht, gilt für uns nicht."

Digitaler Abschluss als Prozessvorteil – auch für Versicherer
Auch Versicherer sollen profitieren: durch standardisierte, validierte digitale Anträge und weniger Nachbearbeitung. Van Lancker nennt ein Praxisbeispiel: Der Berater erhalte ein einheitliches Formular, Pflichtfelder würden validiert, dadurch werde der Antrag "nachbearbeitungsfrei". Obererlacher sieht darin einen Hebel für die Praxis: "Dieses Add-on ist für uns entscheidend – eine durchgängige Beratungsstrecke. Das gibt es halt in Österreich nicht."

Rollout: Start mit BU und Risikoleben – FLV als nächste Ausbaustufe
Beim Umfang setzen die Partner auf einen realistischen Start. In der BU sollen zunächst "fünf, sechs Versicherer" angebunden werden, so van Lancker, jeweils mit mehreren Produktlinien und zahlreichen Tarifbausteinen. Parallel laufen Gespräche mit weiteren Gesellschaften über Webservices und Schnittstellen.

Die fondsgebundene Lebensversicherung ist als nächste große Ausbaustufe vorgesehen, bleibt aber technisch anspruchsvoller – auch wegen unterschiedlicher Rechen- und Darstellungslogiken. Van Lancker spricht offen über den Status: Bei FLV sei man in Österreich "eher österreichisch unterwegs" und man spüre, "dass der Digitalisierungsfortschritt der österreichischen Versicherer … nicht ganz so groß ist". Gleichzeitig gebe es "sehr gute Gespräche" mit einzelnen Gesellschaften.

Exklusivstart – aber Perspektive auf Öffnung für weitere Unternehmen
Wichtig für den Markt: Der Österreich-Start erfolgt zunächst exklusiv mit Swiss Life Select. Gleichzeitig zeichnet sich eine spätere Öffnung ab. Van Lancker sagt dazu: "Ja, die Pläne gibt es definitiv." Zuerst liege der Fokus darauf, das Projekt gemeinsam stabil aufzusetzen. "Wenn wir das stabil haben, dann machen wir uns auch Gedanken, wie es weitergeht", betont er. Damit ist klar: Die in Österreich etablierten Dienstleistungen von fb research dürften perspektivisch auch anderen Unternehmen zugänglich werden – sobald Prozesse, Anbindungen und Rollout in den ersten Sparten verlässlich stehen. (gp)