"Verkleinerung ist keine Option": UBS-Chef schließt Schrumpfkurs aus
Der UBS drohen höhere Kapitalanforderungen in der Schweiz. Das globale Geschäft will Bankchef Sergio Ermotti deshalb aber nicht kappen. Im Heimatmarkt kämpft das Geldhaus derweil mit einem Reputationsproblem infolge des Verkaufs komplexer Devisen-Derivate.
Die UBS wird ihre globale Geschäftstätigkeit nicht reduzieren, um möglichen Belastungen durch strengere Kapitalanforderungen in der Schweiz zu begegnen. Das sagte Konzernchef Sergio Ermotti am Mittwoch (30.7.) in einem Interview mit "Bloomberg TV". "Ein global diversifiziertes Geschäftsmodell ist eine Stärke – sowohl für uns als auch für die Schweiz", erklärte Ermotti. "Eine Verkleinerung ist keine Option."
"Basisszenario": Verbleib in der Schweiz
Die Schweizer Regierung hatte im Juni Vorschläge zur Reform der Bankenregulierung vorgelegt, mit dem Ziel, die Branche widerstandsfähiger zu machen. Im Fall der UBS könnten sich daraus zusätzliche Kapitalanforderungen von bis zu 26 Milliarden Dollar ergeben. Die Bank prüft derzeit Maßnahmen, um die potenziellen Auswirkungen abzufedern.
Dazu gehört auch die Überlegung, den Konzernsitz ins Ausland zu verlegen, wie "Bloomberg" berichtete. Analysten sehen zudem eine mögliche Reduktion der Aktivitäten in den USA als denkbares Szenario. Ermotti stellte jedoch klar, dass die bevorzugte Lösung weiterhin ein Verbleib in der Schweiz sei. Das "Basisszenario" sei, "dass wir als globale Bank erfolgreich von der Schweiz aus operieren können", sagte er.
Devisen-Verluste: "Ergebnis falscher Nutzung" der Produkte
Die Verluste einiger Kunden durch komplexe Währungsderivate sind nach Einschätzung von Ermotti kein Anzeichen für strukturelle Defizite in der Unternehmensführung der Großbank. "Die Situation weist für mich nicht auf Mängel in der Unternehmensführung oder bei Eignungskontrollen hin", sagte er. Die Verluste seien vielmehr "ein bedauerliches Ergebnis falscher Nutzung" der Produkte.
Die Verluste haben sich für die UBS in ihrem Heimatmarkt Schweiz zu einem Reputationsproblem entwickelt. Betroffene Kunden erlitten nach Angaben ihrer Anwälte teils Verluste, die über die ursprünglich investierten Beträge hinausgingen, weil sich Währungen entgegen der Erwartungen entwickelt hatten. Ermotti verwies im Interview darauf, dass die UBS einige Kunden entschädigt habe. (Bloomberg/ohm)















