Verbandsstatistik: Vermögensberater-Markt stabilisiert sich
Die jüngsten Zahlen des Fachverbands Finanzdienstleister liefern positive Signale: Die Zahl der aktiven gewerblichen Vermögensberater nähert sich nach mehreren Jahren mit teils deutlichen Rückgängen wieder dem alten Höchststand. Auch bei den Wertpapiervermittlern gibt es ein überraschendes Plus.
Die Zahl der aktiven gewerblichen Vermögensberater in Österreich ist im ersten Halbjahr 2026 gestiegen. Auch bei den Wertpapiervermittlern zeigt sich nach dem massiven Rückgang des Vorjahres eine leichte Gegenbewegung. Insgesamt bleibt die Finanzdienstleistungsbranche aber im Konsolidierungsmodus.
Die Stabilisierung bei den gewerblichen Vermögensberatern setzt sich fort. Wie die aktuelle Mitgliederstatistik des Fachverbands Finanzdienstleister der Wirtschaftskammer zeigt, waren per 30. Juni 2026 österreichweit 3.494 gewerbliche Vermögensberater aktiv. Ende 2025 waren es noch 3.467, Ende März 2026 bereits 3.477. Damit kamen im ersten Halbjahr unter dem Strich 27 aktive Berater hinzu, was einem Plus von 0,8 Prozent entspricht.
Vermögensberater: Stabilisierung bestätigt sich
Damit bestätigt sich die bereits zuletzt erkennbare Stabilisierung des Berufsstands. Nach mehreren Jahren mit teilweise deutlichen Rückgängen hatte sich die Zahl der aktiven Vermögensberater zuletzt bei rund 3.500 eingependelt. Ende 2023 waren 3.457 aktive Vermögensberater registriert, Ende 2024 waren es 3.474. Nach einem leichten Rückgang auf 3.467 zum Jahresende 2025 liegt die Zahl nun mit 3.494 wieder höher.
Vom historischen Niveau ist die Branche allerdings weiterhin entfernt. Ende 2015 zählte der Fachverband noch 3.534 aktive gewerbliche Vermögensberater. Bemerkenswert ist jedoch, dass der Abstand inzwischen vergleichsweise gering ausfällt: Mitte 2026 liegt die Zahl nur noch rund 1,1 Prozent unter dem Stand von Ende 2015.
Wertpapiervermittler mit leichter Gegenbewegung
Interessant ist auch die Entwicklung bei den Wertpapiervermittlern. Nachdem ihre Zahl über Jahre massiv geschrumpft war, zeigt sich 2026 erstmals wieder eine leichte Gegenbewegung. Ende 2025 waren nur noch 75 aktive Wertpapiervermittler registriert. Ende März waren es bereits 79, per Ende Juni schließlich 83. Damit ist ihre Zahl innerhalb eines halben Jahres um 10,7 Prozent gestiegen.
Von einer nachhaltigen Trendwende kann angesichts der langfristigen Entwicklung allerdings noch keine Rede sein. 2015 waren österreichweit noch 340 Wertpapiervermittler aktiv. Seither ist ihre Zahl um mehr als drei Viertel zurückgegangen.
Zahl der Wertpapierunternehmen bleiben stabil
Bei den Wertpapierunternehmen zeigt sich ebenfalls eine leichte Erholung. Ihre Zahl stieg von 123 Ende März auf 125 per Ende Juni und liegt damit nur knapp unter den 126 Unternehmen zum Jahresende 2025. Langfristig ist allerdings auch hier ein Rückgang zu erkennen: Ende 2015 waren noch 144 Wertpapierunternehmen aktiv.
Andere Berufsgruppen setzen ihren langfristigen Abwärtstrend fort. So sank die Zahl der aktiven Leasingunternehmen von 237 Ende 2025 auf 231 Mitte 2026. Bei den Bausparvermittlern ging es im selben Zeitraum von 140 auf 137 zurück. Die Zahl der Zahlungsdienstleister verringerte sich von 456 auf 449.
Insgesamt leichter Rückgang
Über alle Berufsgruppen hinweg weist der Fachverband zum 30. Juni 2026 insgesamt 6.199 aktive Gewerbeberechtigungen aus. Ende 2025 waren es noch 6.220, Ende März 6.216. Damit ist die Gesamtzahl im ersten Halbjahr leicht um 0,3 Prozent gesunken. Gegenüber 2015, als noch 6.394 aktive Berechtigungen gezählt wurden, beträgt das Minus rund drei Prozent.
Das Bild bleibt damit zweigeteilt: Während die Gesamtzahl der aktiven Finanzdienstleister leicht zurückgeht und einzelne Berufsgruppen weiter schrumpfen, zeigt sich ausgerechnet im Kernsegment der gewerblichen Vermögensberatung eine robuste Entwicklung. Die jüngsten Zahlen sprechen dafür, dass die jahrelange Erosion bei den aktiven Vermögensberatern zumindest vorerst gestoppt ist. (gp)














