Für die chinesische Kaffeehauskette Luckin Coffee wird die Luft immer dünner. Erst wurde bekannt, dass rund die Hälfte der bilanzierten Umsätze Luftbuchungen waren, nun kündigte die US-amerikanische Technologiebörse Nasdaq an, die Aktien der Firma vom Markt zu nehmen. Seit Januar haben die Anteilscheine des fernöstlichen Starbucks-Pendants um mehr als 90 Prozent an Wert verloren, berichtet der "Tagesspiegel".

Außerdem wollen die Betreiber die Regeln für Börsengänge generell verschärfen, um Wiederholungsfälle zu vermeiden. Im Mai ging bei der US-Börsenaufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission SEC ein Antrag ein, wonach Unternehmen künftig mindestens 25 Millionen US-Dollar bei einem Börsengang einsammeln müssen oder wenigstens eine Summe, die dem Viertel des Unternehmenswertes entspricht. Die Nasdaq will auch sicherstellen, dass sich alle gelisteten Unternehmen vollumfänglich an geltende internationale Rechnungslegungs- und Bilanzprüfungsstandards halten.

Börsengänge in den USA sind attraktiv
Es ist nicht das erste Mal, dass die Nasdaq die Zulassungsbedingungen zulasten chinesischer Unternehmen verschärft. Erst im Herbst erschwerten die Betreiber Börsengänge von kleinen Firmen aus China, deren Aktien kaum gehandelt werden. Für kleinere chinesische Firmen sind Börsengänge in den USA attraktiv, weil sie damit Kapitalkontrollen in China umgehen können und gleichzeitig an US-Dollar gelangen. Außerdem erleichtert ihnen eine Notierung an einer US-Börse den Zugang zu Krediten im eigenen Land. (fp)