Die beiden amerikanischen Großbanken JP Morgan und Morgan Stanley überraschten die Marktteilnehmer mit einem höher als erwartet ausgefallenen Gewinnrückgang. JP Morgan weist für das zweite Quartal einen Rückgang des Reingewinns um 28 Prozent auf 8,6 Milliarden US-Dollar aus. Bei Morgan Stanley brach der Gewinn um 30 Prozent auf 2,4 Milliarden Dollar ein. Für beide Häuser hatten Analysten nicht mit einem so starken Rückgang gerechnet.

Der Grund für den Einbruch: Insbesondere im Investmentbanking gingen die Einnahmen zurück. Im Vorjahr hatten die Geldhäuser noch vom florierenden Geschäft bei Fusionen und Übernahmen sowie mit Börsengängen profitiert. Angesichts des Crashs von Techaktien erlahmte die Lust an IPOs. Zudem stieg angesichts der Inflation und drohenden Rezession die Vorsorge für Kreditrisiken.

Hohe Handelseinnahmen
Positiv entwickelten sich hingegen die Einnahmen aus dem Handel mit Aktien und Anleihen. Die Schwankungen an den Märkten bescherten beiden Banken höhere Handelsumsätze und damit steigende Gebühreneinnahmen. Steigerungen verbuchten die Institute dank der Wende bei den Leitsätzen auch bei den Zinseinkünften.

Unterschiedlich entwickelten sich die Investmentsparten. Bei JP Morgan nahm im Asset und Wealth Management der Umsatz gegenüber dem zweiten Quartal 2021 um fünf Prozent auf 4,3 Milliarden Dollar zu. Der Gewinn sank aber um 13 Prozent auf eine Milliarde Dollar. Separate Zahlen für das Asset und das Wealth Management weist die Bank nicht aus. Das von der Einheit betreute Vermögen ging aufgrund des Marktverfalls um acht Prozent auf 2,7 Billionen Dollar zurück.

Rückgänge im Asset Management
Beim Konkurrenten Morgan Stanley, der getrennte Zahlen für das Asset und das Wealth Management ausweist, ging in der Fondssparte der Umsatz um 17 Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar gegenüber dem Vorjahr zurück. Der Vorsteuergewinn brach von 430 auf 249 Millionen Dollar ein. Das verwaltete Vermögen nahm um mehr als elf Prozent auf 1,35 Billionen Dollar ab. Für das zweite Quartal weist das Institut zudem unter dem Strich Mittelabzüge in Höhe von 3,5 Milliarden Dollar aus, Geldmarktfonds ausgenommen. Im Vorjahr waren noch 13,5 Milliarden Dollar zugeflossen. (ert)