Die Corona-Krise trifft Amerikas Geldhäuser eisenhart. So hat die größte US-Bank JP Morgan Chase für das erste Quartal 2020 einen starken Gewinnrückgang vermeldet. Dies berichten diverse Medien, unter anderem die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) und das "Handelsblatt". Der Nettogewinn der Bank rutschte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 69 Prozent auf knapp 2,9 Milliarden US-Dollar nach unten, der tiefste Wert seit 2013. Hauptgrund für den Gewinneinbruch seien hohe Rückstellungen für gefährdete Kredite gewesen, schreibt die FAZ.

Da eine schwere Rezession nicht auszuschließen ist, sei es nötig gewesen, insgesamt 6,8 Milliarden Dollar für wacklige Darlehen zurückzustellen, sagte der Vorstandschef von JP Morgan, Jamie Dimon, der FAZ zufolge. Die Kreditkosten hätten sich damit auf insgesamt 8,3 Milliarden Dollar belaufen. Dimon erklärte jedoch, der Konzern sei aus einer Position der Stärke in die Krise gegangen. JP Morgan sei mit einer Kernkapitalquote von 11,5 Prozent und mehr als einer Billion US-Dollar an liquiden Mitteln gut gerüstet.

Einbrüche auch bei Wells Fargo
Auch Wells Fargo bekommt die Auswirkungen der Krise bereits deutlich zu spüren. Der Gewinn des Geldhauses aus San Francisco sackte im ersten Quartal 2020 auf 653 Millionen US-Dollar ab, nachdem er im Vorjahreszeitraum noch bei 5,9 Milliarden Dollar gelegen hatte, wie das "Handelsblatt" berichtet. Die Erträge brachen um 18 Prozent auf 17,7 Milliarden Dollar ein. 

Wells Fargo hatte ebenfalls die Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle erhöht. Diese beläuft sich nun auf rund vier Milliarden Dollar, ein Plus von mehr als drei Milliarden Dollar im Vergleich zum Vorjahr. Weitere 950 Millionen Dollar seien für Abschreibungen auf Wertpapiere angefallen, schreibt das "Handelsblatt". "Wir haben umfassende Schritte unternommen, um Kunden, Mitarbeitern und Kommunen zu helfen", zitiert die Zeitung Bankchef Charlie Scharf. So habe Wells Fargo unter anderem Zwangsvollstreckungen für Wohnimmobilien ausgesetzt, Gebühren gestrichen und Zahlungsaufschübe gewährt.

Analysten erwarten bei weiteren Banken ein ähnliches Bild
Die beiden Institute hatten am Dienstag (14. April 2020) den Berichtsreigen der Banken in den USA eröffnet. An diesem Mittwoch (15. April 2020) werden Goldman Sachs, die Bank of America und die Citigroup ihre Quartalsergebnisse vorlegen. Analysten erwarten dem "Handelsblatt" zufolge ebenfalls Gewinneinbrüche und hohe Risikovorsorgen. (am)