Unicredit erhöht Commerzbank-Anteile – und will mehr
Die Unicredit hat ihre Beteiligung an der Commerzbank deutlich ausgebaut und sich zum größten Einzelaktionär aufgeschwungen. Ein offizielles Übernahmeangebot könnte 2027 folgen – doch die deutsche Bundesregierung signalisiert weiterhin klare Ablehnung gegenüber einer feindlichen Übernahme.
Die italienische Unicredit hat ihren Anteil an der Commerzbank weiter erhöht und ist nach der Umwandlung von Derivaten in Stammaktien nach eigenen Angaben nun der größte Einzelaktionär des Frankfurter Instituts. Mit dem Schritt sicherte sich die in Mailand ansässige Großbank rund 20 Prozent der effektiven Stimmrechte, wie sie am späten Dienstag (8.7.) mitteilte.
Anteil könnte auf 29 Prozent steigen
Die Unicredit plant zudem, die verbleibende sogenannte "synthetische Position" ebenfalls in Aktien umzuwandeln, um den Gesamtanteil auf etwa 29 Prozent zu erhöhen. Die jüngste Umstellung erfolgte nach Zustimmung der Europäischen Zentralbank (EZB), der US-Notenbank Federal Reserve sowie des Bundeskartellamts.
Die Unicredit unter CEO Andrea Orcel hatte erstmals im September vergangenen Jahres über den Erwerb von Anteilen der Commerzbank vom Bund Fuß gefasst und seither die Beteiligung über Derivate kontinuierlich ausgebaut – zuletzt auf bis zu 28 Prozent.
Übernahme frühestens ab 2027 denkbar
Ein offizielles Übernahmeangebot kommt für Orcel vorerst nicht infrage. Er wolle womöglich erst 2027 über ein offizielles Übernahmeangebot entscheiden, so seine Aussage – auch deshalb, weil der deutliche Kursanstieg der Commerzbank-Aktie ein solches Vorhaben erheblich verteuert hat. Seit Jahresbeginn hat sich der Aktienkurs um beeindruckende 91 Prozent erhöht.

Die Commerzbank zeigte sich von der Entwicklung unbeeindruckt. In einer Stellungnahme heißt es: "Dieser Schritt wurde erneut nicht mit der Commerzbank abgestimmt. Die Anpassung der Position von Unicredit hat keine Auswirkungen auf unsere strategische Ausrichtung oder unsere Ambitionen."
Deutsche Bundesregierung bleibt bei ablehnender Haltung
Am 18. Juni hatte sich Orcel schriftlich an Bundesfinanzminister Lars Klingbeil und Bundeskanzler Friedrich Merz gewandt. In dem Schreiben warb er erneut für eine mögliche Transaktion, die seiner Ansicht nach zur Entstehung eines "europäischen Bankenchampions" führen würde. Die Antwort fiel jedoch deutlich aus: Klingbeil verwies darauf, dass Vorschläge dieser Art an das Commerzbank-Management zu richten seien – und bekräftigte die Unterstützung der Bundesregierung für die Unabhängigkeit des Instituts. Eine feindliche Übernahme werde abgelehnt. (mb/Bloomberg)















