Unicredit-Chef: Berlin entscheidet über Commerzbank-Deal
Unicredit-CEO Andrea Orcel macht den weiteren Einstieg bei der Commerzbank von der Haltung der Bundesregierung abhängig. Ein vollständiger Zusammenschluss könnte nach seiner Ansicht langfristig sogar Arbeitsplätze sichern.
Ob die italienische Großbank Unicredit ihre Beteiligung an der Commerzbank weiter ausbaut, liegt laut Vorstandschef Andrea Orcel maßgeblich an der Haltung der Bundesregierung. "Ob wir mehr tun, hängt von einer Reihe von Dingen ab. Die Haltung der Regierung wird dabei ein entscheidender Faktor sein", sagte Orcel am Donnerstag (4.9.) auf einer Konferenz des "Handelsblatts" in Frankfurt.
Politischer Widerstand gegen Bankenkonsolidierung
Berlin zeigt sich bislang skeptisch gegenüber einer möglichen Übernahme der Commerzbank durch die Unicredit. Kritisiert wird insbesondere die Art und Weise, wie Orcel im vergangenen Jahr die erste Beteiligung erworben hatte. Auch in Italien und Spanien stießen Fusionspläne von Unicredit respektive BBVA auf Widerstand der Regierungen.
"Bei jeder Fusion im europäischen Bankensektor, sei es im Inland, grenzüberschreitend oder anderweitig, muss man die Regierung und die Politik mit einbeziehen", betonte Orcel.
Der 62-Jährige rechnet damit, dass die Unicredit ihren Anteil an der Commerzbank bis Ende des Jahres auf knapp 30 Prozent erhöht. Ob es zu einer Fusion mit der deutschen Tochter Hypovereinsbank kommt, sei letztlich eine Entscheidung der Aktionäre.
Wachstum wichtiger als Kostensenkung
Sollte es zu einer Transaktion kommen, stünde laut Orcel nicht die Kostenreduktion, sondern das Umsatzwachstum im Vordergrund. Langfristig, so Orcel, würde die Commerzbank als eigenständiges Institut mehr Arbeitsplätze abbauen, als wenn sie von der Unicredit übernommen würde.
Gleichzeitig machte er deutlich: Die Unicredit sei nicht auf eine Fusion angewiesen, um zu wachsen. Allein durch die Kursgewinne der Commerzbank habe die Bank bereits erhebliche Profite erzielt. (mb/Bloomberg)












