Ungleichheit wächst: KI macht Reiche noch reicher, warnt Larry Fink
Der KI-Boom könnte Vermögen weiter konzentrieren: Blackrock-Chef Larry Fink sieht eine wachsende Kluft – und fordert mehr Teilhabe an Kapitalmarktgewinnen.
Blackrock-Chef Larry Fink hat davor gewarnt, dass der Boom der künstlichen Intelligenz (KI) wohlhabende Unternehmen und Investoren noch reicher machen und die Ungleichheit verschärfen könnte, wenn nicht mehr Menschen an den Markterträgen teilhaben.
"Der enorme Wohlstand, der in den vergangenen Generationen geschaffen wurde, ist größtenteils an Menschen geflossen, die bereits über Finanzanlagen verfügten", schrieb Fink am Montag (23.3.) in seinem jährlichen Brief an Investoren. "Nun droht KI, dieses Muster in noch größerem Maßstab zu wiederholen."
KI schafft Wert – und verändert den Arbeitsmarkt
Der Chef des weltweit größten Vermögensverwalters schrieb, dass KI zwar den Arbeitsmarkt verändern werde – indem sie neue Jobs schafft, aber auch viele Arbeitsplätze verdrängt –, zugleich jedoch "erheblichen wirtschaftlichen Wert schaffen" werde.
Es sei sowohl Herausforderung als auch Chance, mehr Menschen zu langfristigen Investitionen zu bewegen, um an diesem Wachstum teilzuhaben, so Fink. "Zu viele bleiben außen vor", sagte Fink. "Wenn die Marktkapitalisierung steigt, der Besitz aber auf wenige konzentriert bleibt, wirkt Wohlstand für viele außerhalb dieses Kreises zunehmend unerreichbar."
Reformbedarf bei der Altersvorsorge
Eine Möglichkeit, mehr Menschen an den Gewinnen zu beteiligen, sieht Fink in Änderungen am US-Sozialversicherungssystem. Anspruch auf Leistungen besteht ab einem Alter von 62 Jahren, für nach 1960 Geborene liegt das reguläre Renteneintrittsalter bei 67 Jahren. "Die Sozialversicherung sorgt für Stabilität, ermöglicht es den meisten Amerikanern jedoch nicht, Vermögen aufzubauen, das im Einklang mit der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes wächst", sagte der 73-Jährige.
Er sprach sich zwar gegen eine Privatisierung der Sozialversicherung oder eine vollständige Anlage der Mittel am Aktienmarkt aus, forderte jedoch eine Reform, bevor das System an seine Grenzen stößt und die erwarteten Leistungen nicht mehr erbringen kann. Derzeit ist der Sozialversicherungsfonds in US-Staatsanleihen investiert. Fink regte an, eine Diversifizierung dieser Anlagen zu diskutieren.
Weitere Aussagen aus dem Investorenbrief
- Fink sieht "deutlichen Rückenwind" für regulatorische Änderungen, die eine stärkere Einbindung privater Anlagen in US-Altersvorsorgepläne wie 401(k) ermöglichen könnten.
- Der steigende Energiebedarf – auch durch Rechenzentren – erfordere eine breitere Palette an Energiequellen, darunter Erdgas, Kernenergie und Solarenergie. Solarenergie sei "eine der am schnellsten verfügbaren neuen Energiequellen" und ihre Kosten seien in den vergangenen zehn Jahren deutlich gesunken.
- Zudem sprach sich Fink dafür aus, nicht ein völlig neues Regelwerk für digitale Märkte zu schaffen, sondern bestehende Vorschriften so anzupassen, dass traditionelle und tokenisierte Märkte zusammenarbeiten können. (mb/Bloomberg)















