Für Deutschlands Geldhäuser besteht kein Zweifel: Künstliche Intelligenz (KI) wird die Arbeitswelt tiefgreifend verändern. In einer Umfrage des Center for Financial Studies (CFS) gaben 83 Prozent der befragten Banken an, dass KI-Technologien in den kommenden zehn Jahren sehr wahrscheinlich etliche Branchen umkrempeln werden. 90 Prozent sind überzeugt, dass KI künftig zu den Kernthemen der Finanzindustrie zählen wird.

Als wichtigstes Anwendungsgebiet von KI nennen die Befragten die Zentralfunktionen ihres Geschäfts wie Risikomanagement und Controlling. Fast 80 Prozent sind überzeugt, dass KI-Technologien diese Bereiche auf den Kopf stellen werden. Dahinter folgen das Asset Management (70 Prozent) und das Privatkundengeschäft (73 Prozent). Knapp die Hälfte nennt das Kapitalmarktgeschäft als wichtigstes Anwendungsgebiet von KI. Deren Einsatz im Firmenkundengeschäft halten lediglich 36 Prozent der Befragten für relevant.

Deutschland ist KI-Entwicklungsland
Aller Überzeugung zum Trotz gehört die deutsche Bankenbranche in Sachen KI noch immer zu den Nachzüglern. "Die deutschen Banken müssen erhebliche Anstrengungen unternehmen, um im Bereich der Künstlichen Intelligenz nicht den Anschluss zu verlieren", warnt CFS-Geschäftsführer Volker Brühl. Nur wenige Institute können bisher eine KI-Strategie vorweisen. Zudem gibt es in Deutschland gerade einmal 16 KI-Start-ups. Zum Vergleich: In China sind es 383, in den USA rund 1400. (fp)