Filialschließungen, Personalabbau, Fusionen und fehlende Digitalisierung: Die Coronakrise ist auch zu einer Bankenkrise geworden. Das Meinungsforschungsinstitut Yougov hat im Auftrag von Swiss Life Select eine Trendstudie durchgeführt, um herauszufinden, was Bankangestellte in dieser Situation bewegt. Überraschendes Ergebnis: Jeder Sechste spielt mit dem Gedanken, sich selbstständig zu machen.

Als Motivation geben rund 30 Prozent der Befragten an, dass sie sich von der Selbstständigkeit eine bessere Work-Life-Balance erhoffen. 27 Prozent erwarten, dann autonomere Entscheidungen treffen zu können. Auch eine leistungsorientierte Vergütung (19 Prozent) und das Fehlen von Absatzzielen (12 Prozent) sprechen aus Sicht der Bankangestellten für die Selbstständigkeit.

Kompetente Beratung ist essentiell
Dabei empfinden die Befragten ihren Job in der Beratung durchaus als wichtig. Die große Mehrheit (79 Prozent) ist zufrieden und sieht darin eine sinnstiftende Tätigkeit. Allerdings stören sich die Umfrageteilnehmer an den Arbeitsbedingungen bei den Banken. Für Unmut sorgen die Vergütung, die sich nicht an der erbrachten Leistung orientiert (43 Prozent), Produkt- und Absatzvorgaben (36 Prozent), schlechte Aufstiegs- und Karrieremöglichkeiten (36 Prozent), eine nicht zufriedenstellende Work-Life-Balance (33 Prozent) und fehlende digitale Tools (31 Prozent).

Jedem fünften Banker missfällt, dass er Kunden keine ganzheitliche Lebens- und Finanzplanung zur Verfügung stellen kann. Ebenso viele klagen darüber, Kunden nicht individuell beraten zu können. "Eine qualitativ hochwertige Finanzberatung ist zentral, um Menschen finanzielle Selbstbestimmung zu ermöglichen", sagt Stefan Kuehl, Geschäftsführer bei Swiss Life Select. Die Menschen bräuchten kompetente Beraterinnen und Berater, die ihren Job auch wirklich gerne machen. (fp)