Die Nova Ljubljanska Banka (NLB) plant, ein Übernahmeangebot für Aktien der auf Konsumkredite spezialisierten Addiko Bank AG vorzulegen und kontert damit ein ähnliches Angebot der Raiffeisen Bank International (RBI).

Die slowenische NLB bietet laut einer Mitteilung vom Donnerstag (9.4.) 29 Euro je Aktie für eine bedeutende Mehrheitsbeteiligung an Addiko und bewertet das Institut damit mit 566 Millionen Euro. Zum Vergleich: Raiffeisen hatte am Mittwoch (8.4.) 23,05 Euro je Aktie geboten. Vor Bekanntwerden dieses ersten Angebots lag der Schlusskurs bei 26 Euro.

Addiko im Fokus der Branche
Die in Wien ansässige Addiko entstand nach der Verstaatlichung der Hypo Alpe Adria im Jahr 2009 als sogenannte "Good Bank" zur Abwendung eines Zusammenbruchs und ist auf Konsumkredite in den Balkanländern spezialisiert.

Größere Wettbewerber zeigen seit dem Börsengang im Jahr 2019 Interesse an einer Übernahme. Damals trennte sich der Private-Equity-Investor Advent International von seiner Beteiligung, was zu einer fragmentierten Aktionärsstruktur führte.

Neuer Anlauf nach gescheitertem Bieterwettstreit
Das Angebot der NLB läutet eine neue Runde konkurrierender Übernahmeversuche ein, nachdem ein Dreikampf im Jahr 2024 zu keinem Abschluss geführt hatte. NLB hatte damals einen höheren Preis geboten als die serbischen Wettbewerber Alta Group und Agri Europe, verfehlte jedoch die notwendige Schwelle von 75 Prozent der Anteile.

"Wir sind weiterhin der Ansicht, dass Addiko eine attraktive und strategisch sinnvolle Übernahmechance darstellt", erklärte NLB-CEO Blaz Brodnjak laut Mitteilung.

Fragmentierte Aktionärsstruktur
Der österreichische Finanzinvestor Alexander Schütz über S-Quad, Agri Europe – mittlerweile Aik Group – sowie die Alta Group halten jeweils knapp unter zehn Prozent an Addiko. Kleinere Beteiligungen liegen bei der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) sowie bei den österreichischen Investoren Winegg und Jelitzka+Partner, wie aus der auf der Website von Addiko veröffentlichten Aktionärsstruktur hervorgeht.

Bedingungen der Angebote
Das Angebot von Raiffeisen steht unter der Bedingung, dass mehr als 75 Prozent der Aktionäre ihre Anteile andienen. Zudem ist vorgesehen, die Aktivitäten von Addiko in Serbien, Bosnien-Herzegowina und Montenegro an die Alta Group zu verkaufen.

NLB erklärte, dass für die Gültigkeit ihres Angebots eine "signifikante Mehrheit" erreicht werden müsse. Zudem werde nach einer Prüfung ein Verkauf von Tochtergesellschaften außerhalb der Europäischen Union in Betracht gezogen. (mb/Bloomberg)