Übernahmekampf: Bieter bessert Angebot für Janus Henderson nach
Eigentlich schien klar: Der aktivistische Investor Nelson Peltz und sein Konsortium übernehmen Janus Henderson komplett. Dann grätschte ein texanisches Fondshaus mit einer Gegenofferte dazwischen. Die Texaner legen nun noch nach.
Die amerikanische Fondsgesellschaft Victory Capital stockt ihr Kaufangebot an die Aktionäre von Janus Henderson auf. So bietet das Boutiquendach aus San Antonio im US-Bundesstaat Texas nunmehr insgesamt 59,31 US-Dollar je Aktie. Bei der ersten, unerwartet vorgelegten Offerte im Februar hatten die Texaner noch 57,04 Dollar je Aktie geboten. Das Angebot hat die Führung von Janus Henderson jedoch abgelehnt.
Mit der nachgebesserten Offerte gewinnt der Bieterwettstreit um Janus Henderson an Brisanz. Victory Capital konkurriert mit einem von dem aktivistischen Investor Nelson Peltz geschmiedeten Konsortium um den angelsächsischen Fondsanbieter. Peltz hatte im Oktober 2025 angekündigt, Janus Henderson übernehmen zu wollen. Im Dezember legten seine Beteiligungsgesellschaft Trian Fund Management sowie das Investmenthaus General Catalyst ein Angebot über 49 Dollar je Anteilschein vor.
Gegenofferte vorgelegt
Die Führung von Janus Henderson stimmte der Offerte von Peltz zu – und hält trotz der Gegenofferte daran fest. Trian hält bereits rund 20 Prozent der Anteile. Das Angebot beläuft sich auf ein Volumen von rund 7,4 Milliarden Dollar. Die nachgebesserte Gegenofferte aus Texas erreicht nunmehr 8,6 Milliarden Dollar. Konkret hat Victory Capital die Barkomponente angehoben. Zudem erhalten Janus-Henderson-Aktionäre Anteilscheine von Victory Capital.
"Der verbesserte Vorschlag von Victory Capital bietet den Aktionären von Janus Henderson einen erheblichen Barwert im Voraus und ermöglicht es ihnen gleichzeitig, einen bedeutenden Anteil an einem stärkeren, für langfristiges Wachstum aufgestellten fusionierten Unternehmen zu behalten", kommentiert Victory-Capital-Chef David Brown die Offerte. Victory Capital peilt mit der Übernahme Kosteneinsparungen in Höhe von 500 Millionen Dollar pro Jahr an.
Konsolidierung im Gange
Die Asset-Management-Industrie steht unter Konsolidierungsdruck. Das Preisniveau sinkt, demgegenüber steigen die Kosten. Über Zusammenschlüsse versuchen die Fondsgesellschaften, mehr Volumen zu erlangen und Skaleneffekte zu erzielen. Janus Henderson war 2017 aus einer Fusion entstanden, rang aber über viele Jahre mit Mittelabzügen. Erst zuletzt gelang die Trendwende. Das Haus verwaltet etwa 493 Milliarden Dollar, Victory Capital rund 327 Milliarden Dollar. (ert)




Vortrag am FONDS professionell KONGRESS











