Übernahme von BBVA-Tochter: RBI wird in Rumänien zum Big Player
Raiffeisen stärkt ihr Geschäft in Osteuropa: Mit dem Kauf der rumänischen Garanti-Einheit von BBVA baut die Bank ihre Marktposition deutlich aus.
Die Raiffeisen Bank International (RBI) kauft die rumänische Garanti-Einheit der BBVA für 591 Millionen Euro. Damit richtet sich die Bank stärker auf Mittel- und Osteuropa aus, um Schwierigkeiten rund um ihr Russland-Geschäft hinter sich zu lassen.
Mit der Transaktion, die auch die BBVA-Leasingeinheit Motoractive IFN umfasst, wird das Wiener Institut zur drittgrößten Bank in Rumänien, wie Raiffeisen am Samstag (28.3.) mitteilte. Damit bestätigte die Bank einen früheren Bericht, wonach sich beide Institute in fortgeschrittenen Gesprächen befanden.
Auswirkungen auf Kapitalquoten
Die harte Kernkapitalquote (CET1), ein zentraler Indikator für die Finanzstärke, wird sich bei Raiffeisen durch den Zukauf um rund 60 Basispunkte verringern. Der Abschluss der Transaktion wird nach regulatorischer Genehmigung bis Ende 2026 erwartet.
Die BBVA rechnet laut eigener Mitteilung mit einem positiven Ergebniseffekt von netto 112 Millionen Euro. Zudem soll die CET1-Quote der spanischen Bank um etwa zehn Basispunkte steigen.
Wachstum nach Belastungen
Der Deal verleiht einer Bank neuen Schwung, die zuletzt durch jahrelange erfolglose Verkaufsversuche ihrer Russland-Einheit belastet wurde. Hinzu kamen rund zwei Milliarden Euro an Verlusten im Zusammenhang mit Rechtsstreitigkeiten über Fremdwährungskredite im ehemaligen Polen-Geschäft.
Gleichzeitig versuchen Banken in Osteuropa, ihre Marktanteile durch Übernahmen auszubauen, da der Markt stark fragmentiert ist. Raiffeisen "verfügt über eine starke Kapitalbasis und verfolgt Wachstum sowohl organisch als auch durch Akquisitionen in ihren Kernmärkten", erklärte der scheidende Vorstandsvorsitzende Johann Strobl in der Mitteilung. Sein Nachfolger wird im Juli der frühere Finanzchef Michael Höllerer.
Wettbewerb in Rumänien nimmt zu
Eine Reihe von Übernahmen in Rumänien hat bereits dazu geführt, dass die Banca Transilvania zur größten Bank des Landes aufgestiegen ist. Der Markt erzielte im vergangenen Jahr einen Gewinn von rund 16 Milliarden Lei (circa 3,1 Mrd. Euro), unterstützt durch einige der höchsten Zinssätze in Europa.
Die Garanti-Einheit verfügte Ende 2025 über Vermögenswerte von rund vier Milliarden Euro und einen Marktanteil von etwa zwei Prozent in Rumänien. Barclays sowie die Kanzlei Schönherr berieten Raiffeisen bei der Transaktion. (mb/Bloomberg)















