Obwohl Österreich zu den wenigen profitablen UBS-Private Banking-Märkten zählt, wird das Geschäft abgegeben. Die LGT-Gruppe im Besitz der Fürstenfamilie von Liechtenstein übernimmt das österreichische UBS Wealth Management und rund 60 Mitarbeiter, wie die Unternehmen mitteilen. Im Rahmen eines Asset Deals wechseln rund vier Milliarden Euro an verwaltetem Vermögen die Seiten.

Dadurch steigen bei der LGT Bank Österreich die Kundengelder von rund acht auf zwölf Milliarden Euro. Das Institut sieht sich damit als "führende Privatbank für vermögende Privatkunden im österreichischen Markt". Der Abschluss der Transaktion wird im dritten Quartal 2021 erwartet. Es sind noch die behördlichen Genehmigungen erforderlich. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Der UBS, die in Österreich sehr vermögende Kunden betreut, bleibt im Land nur noch das Asset Management. Dieses wird von Klaus Zentner geleitet, wie es bei der UBS heißt. Alle Mitarbeiter der UBS-Europe-SE-Niederlassung Österreich würden übernommen.

Profitables Geschäft
Nach einer Recherche des Finanzportals "Finews" gehört Österreich zum erlesenen Kreis von nur fünf von zwölf UBS-Märkten, die 2019 überhaupt einen Vorsteuergewinn abwarfen (neben Großbritannien, den Niederlanden, Luxemburg und Spanien). UBS-Österreich-Leiter Wolfgang Eisl sagt, das Geschäft sei zwar profitabel gewesen, aber der Marktanteil sei "vergleichsweise gering". UBS Österreich sei "mit einem führenden Vermögensverwalter in Österreich in Zukunft noch besser für Wachstum positioniert". Das europäische Wealth Management bleibe ungeachtet dessen weiterhin "ein zentrales und strategisches Kerngeschäft" der UBS.

Die Vermögensverwaltung gilt als wichtigstes UBS-Standbein. Das Europa-Geschäft hat laut Finews-Recherchen vergangenes Jahr erneut weniger verdient. Damit komme Christl Novakovic, UBS-Europe-Chefin und Leiterin des europäischen Wealth Managements der Bank, unter Handlungsdruck. Sie hatte sich vergangenes Jahr in einem internen Machtkampf um die Spitze der UBS Europe SE durchgesetzt. Ex-Europa-Chef Thomas Rodermann hatte danach seinen Hut genommen. Er hätte sich laut einem damaligen "Handelsblatt"-Bericht nur um die Filialen in Österreich und Deutschland kümmern sollen. Aus Sicht von Novakovic sollen Kunden und Mitarbeiter in Österreich durch den nunmehrigen Deal davon profitieren, "Teil eines größeren Inlandsgeschäfts in Österreich" zu werden. (eml)