Der Schweizer Großbank UBS droht neuer Ärger aus Deutschland. Die Staatsanwaltschaft Mannheim hat beim Landgericht beantragt, eine Geldbuße in Höhe von 83 Millionen Euro gegen das Institut zu verhängen. Das berichten verschiedene Medien übereinstimmend. Die Strafverfolger werfen der Deutschland-Tochter der UBS vor, in den Jahren 2001 bis 2012 zahlreiche deutsche Kunden "bei der Begehung von Steuerstraftaten" unterstützt zu haben.

Es ist nicht das erste Mal, dass das Institut wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung zur Kasse gebeten wird. Erst im Februar verurteilte ein Pariser Gericht die UBS zu einer Zahlung von 4,5 Milliarden Euro, weil das Geldhaus französische Kunden zum Steuerbetrug verleitet haben soll. Auch in Deutschland geriet die UBS schon ins Fadenkreuz der Ermittler. 2014 zahlte die Bank in einem Steuerstreit-Verfahren mit dem Land Nordrhein-Westfalen 300 Millionen Euro in einem Vergleich.

Aktionäre sind sauer
Die Anklage der Mannheimer Staatsanwaltschaft kommt für die Führungsriege der Bank zur denkbar schlechtesten Zeit. Auf der Hauptversammlung Anfang Mai verweigerten die Aktionäre der Führung der Schweizer Großbank um Unternehmenschef Sergio Ermotti und dem Verwaltungsrat um dem ehemaligen Bundesbank-Präsidenten Axel Weber die Entlastung für das vergangene Jahr 2018. Ihre Zustimmungsquote lediglich bei 41,67 Prozent.

Ein Grund für die Missbilligung war die Unzufriedenheit der Anteilseigener mit dem Verhalten im schwelenden Steuerstreit: Die UBS-Führungsriege hatten, ebenso wie bei einem ähnlich gelagerten Prozess in den USA, umgehend Berufung gegen das Urteil des Pariser Gerichts eingelegt und muss sich nun auf jahrelange und damit teure Rechtsstreitigkeiten vorbereiten. Angesichts der zur Diskussion stehenden Milliardensumme im Steuerstreit mit Frankreich hatte sich die UBS-Chefetage Kritik eingefangen, sie habe sich bei dem Fall vergaloppiert. (fp)