Die UBS plant Insidern zufolge eine neue Runde von Stellenstreichungen. Bereits im Januar sollen weitere Jobs wegfallen, ein zusätzlicher Abbau ist im Laufe des Jahres vorgesehen, sobald die von Credit Suisse übernommenen IT-Systeme abgeschaltet werden. Darüber hatten informierte Kreise bereits im Dezember berichtet.

Hintergrund ist die laufende Überprüfung der Kostenbasis. Die Bank habe diese zuletzt intensiv analysiert, berichtet die Nachrichtenagentur "Bloomberg" unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Besonderes Augenmerk liege dabei auf dem Verwaltungsbereich sowie auf Funktionen, die nicht direkt umsatzrelevant sind.

Fokus auf Verwaltung und Supportfunktionen
Das Management habe intern signalisiert, dass insbesondere Unterstützungs- und Koordinationsfunktionen auf dem Prüfstand stehen. Ziel sei es, das Geschäftsmodell zu vereinfachen und die Effizienz zu steigern, hieß es weiter.

Die geplanten Einschnitte erfolgen vor dem Hintergrund der weitgehend abgeschlossenen Integration der Credit Suisse. Die UBS hatte den Konkurrenten 2023 in einer staatlich vermittelten Notübernahme übernommen. Dadurch war die Zahl der Beschäftigten über Nacht auf knapp 120.000 gestiegen.

Seit der Übernahme ist die Belegschaft um rund 15.000 Mitarbeiter geschrumpft. Das interne Abbauziel habe jedoch bei etwa 35.000 Stellen gelegen, wie "Bloomberg" berichtet hat. Weitere Einschnitte gelten daher als wahrscheinlich.

Hochrangiger Abgang in Asien
Vor diesem Hintergrund hat Eric Lafon nach mehr als 25 Jahren die UBS verlassen, wie informierte Kreise berichten. Er zählt zu den ranghöchsten Abgängen innerhalb der Asien-Sparte für globale Märkte. Der bisherige globale Co-Chef des Bereichs Distribution war in Singapur tätig und habe der Bank dem Vernehmen nach Ende vergangenen Jahres im gegenseitigen Einvernehmen den Rücken gekehrt. Eine Sprecherin von UBS Asia wollte sich dazu nicht äußern. Lafon reagierte nicht auf Anfragen von "Bloomberg" zu seinem Abschied.

Lafon hatte sich im Distribution-Bereich der UBS-Märkte darauf konzentriert, den Vertrieb zu koordinieren, Kunden mit Händlern zu vernetzen und mitzuentscheiden, welche Produktideen präsentiert werden und wie Preise festgelegt werden. Zuvor hatte er Teams geleitet, die in Asien mit Devisen, Anleihen, Zinsprodukten und Kreditinstrumenten handeln. (mb/Bloomberg)