Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) hat beim Landesgericht Salzburg Anklage gegen fünf Personen wegen schweren Betrugs, Geschenkannahme und Bestechung sowie krimineller Vereinigung eingebracht. Zwei Bankmitarbeiter und drei Kreditvermittler sollen eine Salzburger Bank um zwei Millionen Euro betrogen haben.

Das Netz und der Schaden könnten aber weit größer sein. Ermittlungen gibt es gegen 17 Kreditvermittler. Über 1.000 Kredite werden geprüft. Damit war die Fünf-Millionen-Euro-Grenze überschritten, ab der sich die WKStA zuständig sieht. Es ermittelt das Landeskriminalamt Oberösterreich nach einer Anzeige der Bank.

Ein Angeklagter befindet sich in Untersuchungshaft. Der Strafrahmen für die Delikte beträgt bis zehn Jahre Freiheitsstrafe.

Kredite durch Falschangaben in Österreich und Deutschland erschlichen
Laut WKStA haben die Kreditvermittler für mehr als 50 Personen Kredite mit falschen Angaben beantragt. Beziehungsweise seien die Kreditnehmer von den Vermittlern bei den Falschangaben angeleitet worden. Teils seien die Kreditnehmer zu Blankounterschriften auf Behebungsbelegen verleitet worden. Am Ende bekamen die Kunden höhere Kredite, als es ihr Einkommen und Vermögen erlaubt hätten.

Die beiden Bankmitarbeiter sollen mit den manipulierten Kreditanträgen dann bei einer anderen Bank in Deutschland die Auszahlung von Kleinkrediten erwirkt haben. Wobei es aber durchaus um substanzielle Größenordnungen von bis zu 50.000 Euro geht.

Für ihre Dienste erhielten die Bankmitarbeiter Bestechungszahlungen aus der jeweiligen Kreditsumme. Viele der Kreditnehmer befinden sich laut WKStA in Privatkonkurs. (eml)