Stellenabbau-Programme sind selten ein Grund zur Freude. Schon gar nicht, wenn sie in einem solchen Umfang geplant sind, wie bei der Deutschen Bank. 18.000 Stellen sollen mittelfristig wegfallen, das ist etwa jede fünfte Stelle im Konzern. Und doch scheint die Angst vor einem möglichen Jobverlust den Mitarbeitern der Bank kaum auf den Magen zu schlagen. Laut der jüngsten Mitarbeiterumfrage sind mehr als die Hälfte der rund 86.000 Angestellten des Konzerns stolz, für das Geldhaus zu arbeiten, schreibt das "Handelsblatt". Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Wert damit um satte 18 Prozentpunkte auf 64 Prozent.

Zwar gaben längst nicht alle Mitarbeiter ein Votum ab. Mit rund 55 Prozent der Belegschaft haben sich der Zeitung zufolge in diesem Jahr aber etwas mehr Beschäftigte an der Umfrage beteiligt als im Vorjahr. Laut einer internen Mitteilung der Bank sei das Ergebnis dabei bei jeder einzelnen der 55 Fragen positiver ausgefallen als 2019.

Regelmäßiger und offener Austausch
Vor allem das Vertrauen in die Konzernführung hat sich stark verbessert. Der Wert stieg laut der Befragung um 17 Prozentpunkte an. Das Verständnis für den Sanierungskurs von Vorstandschef Christian Sewing ist um zehn Prozentpunkte gestiegen. "Die Coronakrise war in dieser Hinsicht sicherlich ein Katalysator", zitiert die Zeitung aus der Mitteilung der Bank.

Die Krise habe viele Führungskräfte dazu veranlasst, neue Wege zu gehen, um ihre Teams in einem unsicheren Umfeld zu unterstützen. So hätten die Manager mehr Wert auf einen regelmäßigen und offenen Austausch gelegt, sich verstärkt um ihre Mitarbeiter gekümmert, ihre Sorgen ernst genommen sowie mehr Flexibilität ermöglicht. (fp)