Ob es an der internen Wutrede von Vorstandschef Oliver Bäte lag, wird man nie wissen. Die Allianz hat jedenfalls im dritten Quartal ihren Gesamtumsatz um 1,3 Prozent auf 34,8 Milliarden Euro erhöhen können. Das operative Ergebnis stieg um 7,4 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro. Seit Jahresbeginn gerechnet wuchs der Gesamtumsatz um 5,3 Prozent auf 116 Milliarden Euro bei einem operativen Ergebnis von 10,2 Milliarden Euro (+3,2 %), wie der Versicherer gestern (9.11.) meldete. Die guten Zahlen basieren vor allem auf den Ergebnissen im Geschäftsbereich Schaden- und Unfallversicherung. Bei Lebensversicherungen und dem Asset Management lief es nicht ganz so gut.

So sank der der operative Gewinn im Bereich Lebens- und Krankenversicherungen im dritten Quartal auf eine Milliarde Euro – nach 1,3 Milliarden Euro im Vorjahr. Als Gründe gab die Allianz in ihrer Mitteilung unter anderem das gewollt rückläufige Geschäft mit Einmalbeiträgen in Deutschland, den schwächeren Absatz fondsgebundener Produkte in Italien sowie den Wegfall eines einmaligen Rückversicherungsvertrags in Höhe von 3,7 Milliarden Euro bei der Allianz Reinsurance im Vorjahr an. Die für Versicherer wichtige Solvenzquote lag am Ende des dritten Quartals 2022 bei 199 Prozent, verglichen mit 200 Prozent zum Ende des zweiten Quartals 2022. Einschließlich der Anwendung von Übergangsmaßnahmen für technische Rückstellungen lag die Quote zum Ende des dritten Quartals bei 227 Prozent

Rückläufige Assets under Management
Das von den beiden Asset Managern Pimco und Allianz Global Investors für Kunden außerhalb des Allianz Konzerns verwaltete Vermögen sank seit Jahresbeginn um 240 Milliarden oder 12,2 Prozent auf 1,7 Billionen Euro. Im dritten Quartal sank das Vermögen um 43 Milliarden Euro. Dazu haben laut Allianz neben der schlechten Marktentwicklung unter anderem Nettomittelabflüsse in Höhe von 19,9 Milliarden Euro sowie "Anpassungen im Zusammenhang mit der Voya-Partnerschaft in Höhe von 26,1 Milliarden Euro" beigetragen. Zusammen mit eigenen Anlagen verwaltete der Konzern zum Ende des dritten Quartals rund 2,25 Billionen Euro.

Die Konsequenzen aus den Belastungen durch die fehlgeschlagenen Structured-Alpha-Fonds zeigen sich laut Meldung des "Handelsblatts" noch immer maßgeblich bei den Zielen, die der Konzern weiterhin verfehlt. So hätte die Eigenkapitalrendite (Return on Equity, ROE), die im dritten Quartal nur 9,4 Prozent betrug, ohne die Belastungen der Structured-Alpha-Fonds bei zwölf Prozent gelegen. Auch der Gewinn je Aktie leidet weiter. Er betrug nur noch 11,37 Euro nach 16,64 Euro im Vorjahreszeitraum. (jb)