Seit Mitte des vergangenen Jahres lenkt Christian Schuller die Geschicke von Top Ten Österreich. Das Haftungsdach zählt mit seinen 80 angeschlossenen Beratern inzwischen zu den Traditionshäusern der Branche, schon 2003 startete die Tochtergesellschaft der deutschen Top Ten AG ihre Österreich-Aktivitäten als Wertpapierfirma. Seit einigen Jahren arbeitet man am Ausbau des Angebots von Portfolioverwaltungslösungen, wobei diese Sparte noch stärker forciert werden soll. 

Über die Deutsche Finanz Portfolioverwaltung (DFP) bietet das Unternehmen Beratern bereits seit geraumer Zeit einen Zugang zu Vermögensverwaltungslösungen an. "Wir stellen Beratern hier White­-Label-Lösungen zur Verfügung. Der Berater kann also für seine Kunden eine maßgeschneiderte Vermögensverwaltung auflegen lassen, als Subanlageberater Anlagevorschläge über uns an den Vermögensverwalter übermitteln und sich somit auch aktiv einbringen. Der Berater empfiehlt vorab ein Fondsuniversum und legt die Anlagestrategie fest. Beides wird dann vom Vermögensverwalter, der DFP, kontrolliert und für die Umsetzung freigegeben", erklärt Schuller die Vorgehensweise. Die DFP übernimmt dabei die laufende Überprüfung der Allokation. Der Vorteil: Die Berater können die Allokation des Portfolios für alle Kunden auf Knopfdruck über die DFP ändern. Somit kann laut Schuller viel rascher auf Marktveränderungen reagiert werden als bei Standardanlagedepots. 

Sechs Strategien sind White-Label-Lösungen
Von den insgesamt 16 Portfoliostrategien, die über Top Ten laufen, sind sechs Strategien White-Label-Lösungen, sie wurden also speziell für einzelne Partner aufgelegt. "Natürlich gibt es Berater, die weiterhin ihr Standardwertpapiergeschäft machen wollen, andere haben aber erkannt, dass die Vermögensverwaltung für ihre Kunden eine sinnvolle Ergänzung ist. Manche haben  in den vergangenen Jahren einen Großteil ihres Bestands in ein Strategiedepot allokiert", so der Top-Ten-Geschäftsführer. Für eine eigene Lösung sollt man jedenfalls ein Kundenvolumen von zumindest drei Millionen Euro mitbringen. 

Rückzug der FFB hat Spuren hinterlassen
Das Geschäft läuft laut Schuller jedenfalls trotz Coronakrise sehr gut: "Wie die gesamte Branche waren wir von den Auswirkungen der Pandemie wirtschaftlich kaum betroffen." Getroffen hat das Unternehmen allerdings der Rückzug der Fondsplattform FFB aus Österreich. Gut ein Drittel der Top-Ten-Kunden hatte mindestens ein Depot bei der FFB. Die Umstellung auf andere Lagerstellen war ein mühsamer Prozess. Zudem rechnet Schuller durch die Umstellung auch mit einem Abgang von bis zu zehn Prozent des betroffenen Bestandsvolumens, das zuvor bei der FFB lag. (gp)


Das vollständige Gespräch mit Christian Schuller und Wolfgang Frank lesen Sie in Ausgabe 3/2021 von FONDS professionell ab Seite 182 oder hier im E-Magazin  (Anmeldung erforderlich).