Die Deutsche Bank und die Privatbank Hauck & Aufhäuser werden verklagt – auf die beachtliche Summe von mehr als elf Milliarden Euro. Kläger ist der Stuttgarter Teppichhändler Hafez Sabet. Die Firma Sabet, nach eigenen Angaben ehemals einer der größten Händler für Orientteppiche weltweit, hatte früher mit beiden Banken eine Geschäftsbeziehung unterhalten. Hauck & Aufhäuser war laut "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) an der Unternehmensfinanzierung beteiligt und hatte die Firma zudem bei Objektverkäufen beraten. Die Deutsche Bank hatte Sabet Kredite gewährt und diese mit einer Grundschuld auf zwei Grundstücke absichern lassen.

Sabets Vorwurf ist einigermaßen vertrackt. Die Ursache für den Streit liegt jedenfalls Jahre zurück: Die Deutsche Bank verweigerte kurz nach der Jahrtausendwende die Freigabe der Grundschuld. Nach Ansicht des Teppichhändlers war das eine Ursache für die Insolvenz seines Unternehmens. Wäre die Grundschuld spätestens im Jahr 2002 freigegeben worden, wäre die Firma nicht pleitegegangen, argumentiert Sabets Anwalt Andreas Tilp.

Die enorme Summe, die Sabet nun von den beiden Banken fordert, erklärt sich indes nicht allein durch den Streit um die Grundschuld. Die Familie hatte in Stuttgart auch Motoren entwickelt, die kurz vor der Marktreife standen. Durch die Insolvenz sei dieses Geschäft gescheitert, so Tilp.

Banken sollen sittenwidrig gehandelt haben
Über seine Anwälte hat Sabet im Mai vergangenen Jahres Strafanzeige gegen Mitarbeiter der Deutschen Bank sowie von Hauck & Aufhäuser gestellt. Sie sollen im Jahr 2013 "mittels vorsätzlicher sittenwidriger Handlungen gemeinsame Sache zu seinen Lasten" gemacht haben. Das habe der Deutschen Bank einen Prozessbetrug in einem früheren Schadenersatzprozess gegen Sabet ermöglicht, so Tilp. "Nach unserer Rechtsüberzeugung hat die Deutsche Bank den damaligen Stuttgarter Prozess nur gewonnen, weil sie dort Prozessbetrug begangen hat, ermöglicht durch Hauck & Aufhäuser."

Die beiden Geldhäuser zeigen sich trotz der enormen Summe, die im Raum steht, gelassen. Der Vorwurf sei "substanzlos", die Schadenersatzsumme "absurd", kommentierte die Deutsche Bank auf Twitter. Sie weist darauf hin, dass Sabet bisher in allen Instanzen gescheitert ist. Eine Sprecherin von Hauck & Aufhäuser erklärte gegenüber der FAZ, die Klageforderung sei unbegründet. (fp)