Europäische Großbanken haben ihre Geschäftszahlen im Jahr 2025 deutlich verbessert. Die größten Institute in den USA mussten dagegen Rückgänge bei Gewinn und operativem Ergebnis hinnehmen. Dennoch bleiben amerikanische Banken bei zentralen Kennzahlen wie Profitabilität, Kapitalausstattung und Marktkapitalisierung weiterhin vorn. Das zeigt eine Analyse der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY zu den jeweils zehn größten Banken in Europa und den Vereinigten Staaten.

Gewinne in Europa steigen
Der kumulierte Nettogewinn der zehn größten europäischen Banken stieg 2025 um acht Prozent auf rund 92 Milliarden Euro. Die größten US-Institute verzeichneten dagegen einen Rückgang um rund neun Prozent auf knapp 164 Milliarden Euro.

Trotz dieser Entwicklung bleibt der Abstand deutlich: In allen Jahren der vergangenen Dekade erzielten die amerikanischen Top-Ten-Banken höhere Nettogewinne als ihre europäischen Wettbewerber.

Profitabilitätslücke wird kleiner
Auch bei der Profitabilität konnten europäische Banken zuletzt Boden gutmachen. Der Return on Equity (RoE) der europäischen Institute lag 2025 bei 9,8 Prozent und erreichte damit den zweithöchsten Wert der vergangenen zwölf Jahre. In den USA sank die Eigenkapitalrentabilität hingegen auf 11,6 Prozent, nach 12,1 Prozent im Jahr davor. Damit liegen amerikanische Banken weiterhin vor ihren europäischen Konkurrenten – allerdings hat sich der Abstand verringert.

"Nach Jahren struktureller Schwäche profitieren europäische Banken zunehmend von stabileren Margen, verbesserten Erträgen und steigender Marktkapitalisierung. Die Kombination aus starkem Zinsüberschuss, diversifizierten Ertragsquellen, verbesserter Kostenstruktur und nur leicht steigenden Kreditausfällen half, die Profitabilitätslücke zu den US-Wettbewerbern zu verringern", resümiert Ralf Eckert, Managing Partner Financial Services Deutschland bei EY.

Rekord beim operativen Ergebnis
Beim operativen Ergebnis erreichten Europas größte Banken sogar einen neuen Höchststand. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) stieg auf 127 Milliarden Euro. In den USA sank der operative Gewinn dagegen um sieben Prozent auf 206 Milliarden Euro.

Unter den amerikanischen Instituten erzielte JP Morgan Chase mit 61,8 Milliarden Euro das höchste Ergebnis. In Europa lag HSBC mit rund 25,5 Milliarden Euro an der Spitze.

Die Kapitalausstattung blieb in beiden Regionen stabil: Europäische Banken wiesen erneut eine Eigenkapitalquote von 5,2 Prozent aus, während US-Institute mit 6,6 Prozent weiterhin höher kapitalisiert sind.

Börsenwert europäischer Banken wächst kräftig
Besonders stark entwickelte sich im vergangenen Jahr die Marktkapitalisierung europäischer Banken. Seit Ende 2024 stieg der kumulierte Börsenwert der größten Institute um rund 50 Prozent auf mehr als 940 Milliarden Euro (Stand: 3. März 2026).

Die US-Banken verzeichneten im gleichen Zeitraum einen Anstieg von rund zehn Prozent auf rund zwei Billionen Euro.

Anspruchsvolles Umfeld für 2026
Für das laufende Jahr erwartet EY ein anspruchsvolles Umfeld für Banken auf beiden Seiten des Atlantiks. Geopolitische Konflikte – insbesondere der Krieg in der Ukraine und die Spannungen im Nahen Osten – könnten weiterhin Einfluss auf Energiepreise und Kapitalmärkte haben. Hinzu kommen Unsicherheiten durch handelspolitische Maßnahmen der US-Administration sowie geldpolitische Entscheidungen von Fed und EZB.

Banken stehen zudem weiterhin unter Druck, ihre Kostenstrukturen zu verbessern und gleichzeitig in neue Technologien zu investieren. Zugleich könnten politisch angekündigte Investitionen in Infrastruktur, Verteidigung sowie Daten- und Technologiesouveränität zusätzlichen Finanzierungsbedarf schaffen und damit neue Geschäftsmöglichkeiten für Banken eröffnen. (mb)