Studie: "Soziale Mobilität" im Fondsmanagement zahlt sich aus
Für Asset Manager kann es sich durchaus lohnen, Mitarbeiter aus weniger privilegierten Milieus zu beschäftigen. Das Potenzial dieser sogenannten "sozialen Mobilität" schöpft die Branche in Europa bislang aber nicht aus, wie eine aktuelle Untersuchung zeigt.
Menschen aus weniger privilegierten sozioökonomischen Verhältnissen zu beschäftigen, ist nicht nur eine Frage von Chancengerechtigkeit. Für Unternehmen ist genau das auch ein wirtschaftlicher Erfolgsfaktor. Zu diesem zentralen Ergebnis kommt die Studie "Soziale Mobilität: Eine ungenutzte Chance", die das Diversity Project Europe (DPE) veröffentlicht hat. Als Gründungsmitglied des DPE in Deutschland berichtet Quoniam Asset Management in einer Pressemitteilung über die wichtigsten Resultate.
Die Untersuchung basiert auf Beiträgen von 30 führenden Asset-Management-Gesellschaften, die ihre Perspektiven, Herausforderungen und Visionen für eine inklusivere Zukunft dargestellt haben. Ergänzend wurden Gespräche mit Führungskräften im Personalbereich sowie mit Verantwortlichen im Bereich Diversität und Inklusion aus verschiedenen Branchen geführt. Zudem wurden Praktiken, Richtlinien und regulatorische Rahmenbedingungen zur sozialen Mobilität in Europa analysiert.
Häufig bessere Ergebnisse
Quoniam zufolge zeigt die Studie, dass soziale Mobilität die Investmentperformance stärken sowie die Geschäftsergebnisse verbessern kann. Denn: Die akademische Forschung belegt, dass Fondsmanager und Fondsmanagerinnen aus weniger privilegierten sozioökonomischen Verhältnissen häufig bessere Ergebnisse erzielen als ihre stärker privilegierten Kollegen.
Das sei unter anderem auf höhere Eintrittsbarrieren zurückzuführen, die diese Beschäftigten überwinden müssen, sowie auf vielfältigere Lebenserfahrungen. Diese führten zu einem besseren Urteilsvermögen und trügen zu einem verminderten Gruppendenken bei. Eine größere sozioökonomische Vielfalt verbessert der Untersuchung zufolge zudem das Verständnis für Kunden und eröffnet den Zugang zu Investitionsmöglichkeiten außerhalb traditioneller Netzwerke.
Keine strategische Priorität
Trotz des klaren wirtschaftlichen Vorteils und eines wachsenden Problembewusstseins ist soziale Mobilität als Einstellungskriterium für europäische Asset Manager bislang aber nicht systematisch als strategische Priorität verankert. Zwar bezeichnen sich 47 Prozent der für die Studie befragten Unternehmen als offen dafür, soziale Mobilität zu fördern. Jedoch behalten 37 Prozent in dieser Hinsicht eine neutrale Position, was auf einen Mangel an Dringlichkeit und Klarheit schließen lässt.
Darüber hinaus kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass die Asset-Management-Branche hinter anderen Sektoren zurückbleibt, in denen bereits weitergehende Initiativen zur Förderung sozialer Mobilität umgesetzt wurden. Traditionelle Personalbeschaffungswege sowie eine starke Fokussierung auf formale Qualifikationen schränkten den Zugang für Talente aus weniger privilegierten sozioökonomischen Verhältnissen nach wie vor ein.
Mangel an Daten
Derzeit erhebt nur jede fünfte Asset-Management-Gesellschaft Daten zum sozioökonomischen Hintergrund ihrer Mitarbeiter. Als wesentliche Hürden werden regulatorische Einschränkungen, uneinheitliche Definitionen sowie kulturelle Sensibilitäten genannt. Dieser Mangel an Daten erschwert es Unternehmen, bestehende Barrieren zu identifizieren und klare Ziele zu definieren. Lediglich vier Prozent der befragten Asset Manager geben an, konkrete Vorgaben zur Förderung sozialer Mobilität festgelegt zu haben. (am)















