Der Druck auf deutsche Geldinstitute steigt: "Banken stehen vor der Herausforderung, trotz eines dauerhaft extrem niedrigen Zinsniveaus profitabel zu wirtschaften", sagt Robert Melnyk, Leiter des Bereichs Banken und Kapitalmärkte bei der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY). Da Personalkosten bei Banken rund 50 Prozent der gesamten Kosten ausmachen, wollen viele Geldhäuser genau dort ansetzen. Rund 22 Prozent der Institute planen, noch in diesem Jahr Stellen abzubauen.

Zu diesem Ergebnis kommt das aktuelle "Bankenbarometer" von EY. Für die Studie wurden 120 Banken und 30 Fintech-Unternehmen in Deutschland befragt. Am stärksten betroffen sind der Analyse zufolge wahrscheinlich die Bankmitarbeiter mit direktem Kundenkontakt. 28 Prozent der Banken und Fintechs gehen davon aus, dass Berater und Schalterpersonal von Stellenkürzungen betroffen sein werden.

IT gewinnt weiter an Bedeutung
Nur 19 Prozent der befragten Institute rechnen mit einer insgesamt steigenden Mitarbeiterzahl. Profitieren dürften zentrale Bereiche wie IT, Risikomanagement und Compliance. Hier gehen nur drei Prozent von einem Stellenabbau aus, während 28 Prozent mit einem Zuwachs an Arbeitsplätzen rechnen. Zusätzlich zu den Personaleinsparungen sollen die Gebühren weiter steigen. Im Fokus steht dabei das Girokonto, das laut der Umfrage bei 13 Prozent der Banken teurer wird. (fp)